Bestimmung der totalen Hämoglobinmenge zum Screening von Blutmanipulationen

Mittels der optimierten CO-Rückatmungsmethode ist es möglich, die tHb-Menge, d.h. die Zielgröße einer jeden Blutmanipulation, in kurzer Zeit ohne größere Beeinträchtigungen für den Athleten präzise zu messen. Akute Belastungen und Training haben nur einen geringen Einfluss auf die tHb-Menge, wohingegen Infektionserkrankungen und längere erzwungenen Trainingspausen einen Effekt haben können. Die Methode Live High - Train Low (Höhe > 2 100 m, Dauer 3 Wochen) stimuliert die Erythropoiese ebenso wie konventionelles Höhentraining, wenn die tägliche Hypoxieexposition mindesten 14h beträgt. Hypoxieexposition unterhalb dieser zeitlichen Grenze hat keinerlei Einfluss auf die tHb-Menge. Wenn im Verlauf eines Trainingsjahres mindestens zweimal die tHb-Menge eines Athleten bestimmt wird, kann durch Berechnung eines z-Scores über das 3rd Generation Model und den Ausschluss von Höhentrainings- und Krankheitseffekten die Wahrscheinlichkeit einer Manipulation offen gelegt werden. In Kürze wird es zudem möglich sein, auch Höhen- und krankheitsbedingte Variationen in selbstlernende (Bayesischen) Modelle zu integrieren und so einen individuellen Korridor für die Zielgröße des Blutdopings zu erhalten. Das Screening der tHb-Menge könnte somit zu einem wichtigen Tool in der Dopingbekämpfung werden.
© Copyright 2009 Verbotene Methode - Erhöhung des Sauerstofftransfers. Doping-Kleinkonferenz 2007. Veröffentlicht von Leipziger Verlagsanstalt. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Verbotene Methode - Erhöhung des Sauerstofftransfers. Doping-Kleinkonferenz 2007
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Leipzig Leipziger Verlagsanstalt 2009
Schriftenreihe:Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, 2008, 03
Seiten:94-110
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch