Künstliche Sauerstoffträger
Künstliche Sauerstoffträger erhöhen die 02-Transportkapazität des arteriellen Blutes und stellen somit - insbesondere in der operativen Medizin - eine potenzielle Alternative zur Transfusion homologer Erythrozytenkonzentrate dar. Aufgrund des kontinuierlich zunehmenden Ungleichgewichtes zwischen rückläufigem Spendenaufkommen und permanent steigendem Bedarf an Fremdblut, sowie der erheblichen Behandlungskosten transfusionsassoziierter Folgeerkrankungen besitzt die Entwicklung künstlicher Sauerstoffträger einen hohen sozioökonomischen Stellenwert. Grundvoraussetzung für die ihre flächendeckende Einführung in die klinische Routine ist jedoch der Nachweis von Sicherheit und Effektivität in Situationen, in denen üblicherweise Fremdblut transfundiert würde, also bei schwerer Anämie mit Einschränkung der Gewebeoxygenierung, bzw. bei Vorliegen eines entsprechenden Transfusionstriggers 22:4S. Zudem ist von künstlichen Sauerstoffträgern ein Risikoprofil zu erwarten, das den derzeitigen exzellenten Qualitätsstandard von Fremdblut erreicht, bzw. diesen noch überbietet25.
Derzeit werden zwei Gruppen von künstlichen 02-Trägern in tierexperimentellen und klinischen Studien untersucht: (1) synthetisch hergestellte Perfluorocarbone und (2) Lösungen auf der Basis von isoliertem humanem oder bovinem Hämoglobin.
© Copyright 2009 Verbotene Methode - Erhöhung des Sauerstofftransfers. Doping-Kleinkonferenz 2007. Veröffentlicht von Leipziger Verlagsanstalt. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Tagging: | Erythropoietin Missbrauch |
| Veröffentlicht in: | Verbotene Methode - Erhöhung des Sauerstofftransfers. Doping-Kleinkonferenz 2007 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Leipzig
Leipziger Verlagsanstalt
2009
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| Schriftenreihe: | Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, 2008, 03 |
| Seiten: | 65-93 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |