Bare staten kan redde norsk toppidrett
(Nur der Staat kann den norwegischen Spitzensport retten)
Der Präsident des norwegischen Skiverbandes, Sverre K. Seeberg, zur aktuellen Situation im nationalen Hochleistungssport und den Herausforderungen an die Sportverbände und deren staatliche Förderung, um einen internationalen Spitzenplatz zu erhalten. Norwegen erreichte in der Summation aller Ski-Weltmeisterschaften den 1. Platz in der Nationenwertung, und das, obwohl im Freestyle keine und im Snowboard nur eine Bronzemedaille gewonnen werden konnte.:
"Selbstverständlich sollten wir im Freestyle besser sein. Wir können aber kein Geld von den Skilangläufern nehmen, um den Freestylern bessere Möglichkeiten zu schaffen. Und dabei sind wir international schon der Skiverband, der am meisten für eine Sportarten- und Disziplinvielfalt tut. Schweden macht dort zum Beispiel deutlich weniger. Bei denen gibt es keine Nordischen Kombinierer oder Skispringer, noch haben die alpinen Abfahrtsdisziplinen bei den Schweden eine hohe Priorität. Wenn Norwegen auch zukünftig in der Breite der Disziplinen im Spitzensport vorn sein will, muss sich der Staat auf ganz andere Weise finanziell engagieren. Weder unsere Freestyler, noch die Ruderer oder Kanuten können so attraktive Sponsorenverträge schließen, dass sie davon leben können. Deshalb muss der Staat die Sportarten, in denen wir international bei großen Meisterschaften etwas holen können, unterstützen, wenn diese im Leistungssport nicht aufgeben sollen... Es ist nämlich keine Selbstverständlichkeit, dass wir uns in einer immer härteren Konkurrenz behaupten. Die Lösungen von heute reichen morgen nicht mehr. So haben zum Beispiel bei der diesjährigen Ski-WM neun Nationen Platzierungen unter den besten Zehn erreicht. der deutsche Skiverband kann auf 200 Stellen bei der Bundeswehr zurückgreifen. Wir in Norwegen sind damit konfrontiert, dass uns die wertvollen Glücksspieleinnahmen nicht mehr zukommen sollen, ohne dass es dafür eine alternative Einnahmequelle gibt.... Der Staat muss mehr Geld direkt für Olympiatoppen (die Organisationen des Norwegischen Sportbundes zur Unterstützung des nationalen Spitzensport, H.S.) zur Verfügung stellen. Hier ist eine imponierende Kompetenz aufgebaut, Spitzenleistungen mit begrenzten Mitteln zu entwickeln... Es wäre naiv zu denken, dass wir auch zukünftig die internationale Spitze mitbestimmen, ohne dass mehr Geld vom Staat zur Verfügung steht. Die Konzentration ausschließlich auf Sponsoreneinnahmen ist einfach zu unsicher, mit zu vielen Risiken verbunden."
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| Notationen: | Sportgeschichte und Sportpolitik Leitung und Organisation |
| Veröffentlicht in: | Skisport |
| Sprache: | Norwegisch |
| Veröffentlicht: |
2007
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| Heft: | 4 |
| Seiten: | 17 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |