Biological rhythms (2): If you're going to Sydney next year, here's the Olympic athlete's biological travelling clock
(Biorhythmus 2: Für Sportler, die zu den Olympischen Spielen nach Sydney reisen: Hier ist die biologische Reise-Uhr)
Thema des Beitrages sind die Auswirkungen von Flugreisen auf die sportliche Leistung - insbesondere unter dem Aspekt der in Sydney stattfindenden Olympischen Sommerpsiele 2000.
Besonders Flugreisen bringen häufig deutlich Störungen des Birhythus mit sich (Jetlag), da die Zeitzonen innerhalb kürzester Zeit durchflogen werden.
Symptome des Jetlag:
- Tagesmüdigkeit, Schlafprobleme Nachts,
- Verringerung der mentalen Leistungsfähigkeit,
- Verringerung der physischen Leistungsfähigkeit,
- Appetitlosigkeit,
- Irritiertheit, Kopfschmerz, Konfusion, Desorientierung.
Diese Symptome treten bei jedem in unterschiedlicher Stärke auf, mehr oder weniger wird jedoch jeder Athlet davon beeinflusst.
Eine Fausrtregel besagt: Für jede überflogene Zeitzone ist ein Tag Anpassug zu rechnen. Australien befindet sich von Mitteleuropa (GBR) mehr als 10 Zeitzonen entfernt ...
Der Organismus passt sich an, indem er seinen Zirkadianrhythmus neu programmiert, sich an die neuen Gegebenheiten umsynchronisiert. Die Intensität dieser Umorientierung hängt neben der Entfernung (Anzahl der Zeitzonen ) auch von der Flugrichtung ab. Bei Flügen Richtung Westen (Verlängerung des Tages) benötigt die Readaptation 30-50% weniger Zeit als bei Flügen Richtung Osten (Verkürzung des Tages).
Eine weitere Rolle spielt der Chronotyp des Menschen. "Nachtigallen" (Morgentypen) passen sich wahrscheinlich besser an die Umstellung auf die australische Zeit an, da ihre inneren Uhren allgemein schneller laufen. "Eulen" (Nachttypen) haben langsamere innere Uhren, weshalb sie Flüge Richtung Westen besser verkraften (z.B. von Europa in die USA).
Es gibt weitere Faktoren, die das Tempo der Anpassung beeinflussen, sie reichen von der Ernährung bis zu Hypnose. Bei Flügen über mehr als sechs Zeitzonen spielen auch der soziale Kontakt und das Sonnenlicht eine wichtige Rolle. Wem es an beidem mangelt (Isolation), der benötigt 4-6 Tage länger für die Umorientierung.
Flüge über mehrere Zeitzonen bringen auch Störungen des metabolischen, hormonellen und renalen Systems mit sich, ebenso Störungen der Muskelkraft. Dies wiederum schränkt die Leistungsfähigkeit ein. Auswirkung dessen sind z.B.
- metabolisch:
Temperaturniveau-abhängige Größen wie Nervenleitgeschwindigkeit und metabolische Enzymreaktion sowie psychomotorische Leistung sind von großer Bedeutung für Athleten, die am Abden reisen und Wettkampf haben und sich noch nicht völlig auf die neue Ortszeit umgestellt haben.
- Muskelkontraktion:
Die kontraktilen Muskelfähigkeiten sind umgekehrt beeinflusst durch die Desynchronisation. (Verringerung der dynamischen Kraft und dynamischen Ausdauer).
- Kardiorespiratorische Funktion:
Es sind keine Veränderungen der kardiorespiratorischen Funktion bei submaximaler und maximaler Belastung beobachtet worden.
Werden die Auswirkungen und Erfordernisse im Zusammenhang mit dem Jetlag nicht beachtet, können viele Trainingssstunden zunichte gemacht worden sein. Einige Tipps:
- Anreise in Australien etwa 14 tage vor dem WK planen.
- Empfehlenswert ist es, da mehr als 10 Zeitzonen überschritten werden, westwärts nach Australien zu fliegen, wodurch die Neuanpassung leichter fällt.
- Es sollte versucht werden, den persönlichen Schlaf-Wach-Rhytmus sowie die Essenszeiten an die australische Zeit anzupassen. Der Tagesrhythmus kann schon einige Tage vor dem Flug um jeweils eine halbe Stunde verschoben werden.
- Die Neuanpassung geht umso schneller vonstatten, je mehr soziales Umfeld der Sportler unter den neuen Bedingungen hat und je mehr er sich belastet (auf niedrigerm bis mittlerem Intensitätsniveau).
- Alkohol sollte während der Umstellungsphase vermieden werden. Zu bevorzugendes Getränk sollten Fruchtsäfte sein.
- Bei Flügen Richtung Osten sind proteinreiches Frühstück und kohlenhydratreiche Mittagsmahlzeiten zu empfehlen, wodurch Energievorräte angelegt und die Munterkeit erhalten werden können.
- Es sollten nach Ankunft regelmäßige Schlafens- und Essenszeiten eingehalten werden.
- Chronobiotische Pharmaka können für die Resynchronisation hilfreich sein, sind jedoch wegen ihrer möglichen Nebenwirkungen nicht zu empfehlen.
- Mit dem Einsteigen ins Flugzeug sollte die Uhr auf die Zielzeit (australische Zeit) umgestellt werden. Dies hilft bei der mentalen Umstellung auf die neue Ortszeit.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | Peak Performance |
| Sprache: | Englisch |
| Ausgabe: | Sample issue, S. 11 - 12, 11 Lit. |
| Online-Zugang: | http://www.pponline.co.uk/ |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |