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The traveling athlete - minimizing adverse effects

(Der reisende Athlet - Minimierung negativer Auswirkungen)

Hochleistungssport ist heute mit häufigem Reisen durch die Zeit- und Klimazonen verbunden (Wettkämpfe auf anderen Kontinenten, Setzen von Trainingsreizen durch Höhentraining, warme Gegenden etc.), was einen ernstzunehmenden Einfluss auf Leistungsfähigkeit und sportliche Leistung ausüben könnte. Eine wesentliche Rolle spielt hier der vor allem in den Tagen 2-4 nach dem Flug auftretende Jetlag. Hier gibt es jedoch zahlreiche Möglichkeiten, dessen negative Effekte zu minimieren oder auszuschalten. Verf. gibt nach der Erläuterung von möglichen auftretenden Beeinträchtigungen vom Australian Institute of Sport erarbeitete praktische Hinweise für Überseereisen im Hochleistungssport. Sportler und Trainer sollten auf jeden Fall bereits vor Überseeflügen entsprechende "Anti-Jetlag-Programme" einbauen, die nach dem Flug auch helfen, die innere Uhr schneller wieder zu resynchronisieren. Die Trainingseinheiten nach der Ankunft sollten besonders sorgfältig und individuell geplant werden. Entscheidende Größen für das Auftreten und das Ausmaß des Jetlags sind folgende Faktoren: 1. Anzahl der überflogenen Zeitzonen 2. Flugrichtung 3. Hydrationsstatus 4. Soziales Gefüge 5. Pharmazeutische Beeinflussung 6. Jetlag-Minimierungs-Programme sowie Reiseerfahrung. Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Jetlags sind vor, während und nach dem Flug zu realisieren. Vor dem Flug: Gute Planung und Organisierung der Reise, entsprechende Platzwahl, Bestellung spezieller Mahlzeiten, Mitnahme langwirkender Zusatznahrung, eventuell Mitnahme von leichten Schlafmitteln, Vorbereitung auf die Gegebenheiten im Land und am WK-Ort. Während des Flugs: Aufrechterhaltung des Flüssigkeitsstatus durch ausreichende und regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme (Mitnahme von Wasserflaschen), Vermeiden der angebotenen Getränke Kaffee, Tee, KH-Drinks sowie von Alkohol, Mitnahme von feuchten Handtüchern oder Feuchtigkeitssprays. Diskrete Stretchingprogramme vom Sitz aus, Nutzung von Zwischenstops für leichte Bewegungsübungen, Anpassung der Zeiten der Mahlzeiten an die des zu erreichenden Landes zwecks Anpasssung. Nach dem Flug: Wichtig sind entsprechende Ernährung, Bewegung/Belastung, natürliches Sonnenlicht und soziale Einbindung. Wach bleiben, auch wenn man sich müde fühlt. Gepäckauspacken, Stretching und leichte Belastung (z.B. Schwimmen; Training ohne Beobachtung durch die Gegner aber unter strenger Kontrolle des Trainers/Arztes) bieten sich an. Zum Training nach der Ankunft: - Belastung anfangs leicht bis moderat, Beweglichkeits- und Techniktraining. - Einbau zusätzlicher physio- und psychotherapeutischer Mittel, - TE am Vormittag: detaillierte Instruktionen, Kombination von z.B. Kraft und Taktik, TE am Nachmittag: Grundübungen und Wiederherstellung, - Führen von "Reisetagebüchern" zum späteren Nachvollziehen der Anpassungsverläufe. - Nach 4-6 Tagen Aufnahme des normalen Trainings. Verwiesen wird auch auf dem Markt befindliche kommerzielle Produkte, die die Auswirkungen des Jetlags vermindern sollen (z.B. "Humidiflyer" - eine Feuchtigkeitsmaske - oder das Hormon Melatonin in synthetischer Form).
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:American Swimming Magazine
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: Fort Lauderdale 1997
Heft:6
Seiten:19-22
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel