Passive properties of human skeletal muscle during stretch maneuvers

Obwohl es nur ein begrenztes Wissen zu dem Thema gibt, wird das Stretching der menschlichen Skelettmuskulatur zur Verbesserung der Beweglichkeit von vielen Sportlern eingesetzt. In der vorliegenden Arbeit wird das Wissen über die passiven Eigenschaften der ischiokrualen Muskelgruppe während des Streching dargestellt. Die Grundlage dafür stellt ein Modell dar, das synchron und kontinuierlich den passiven Widerstand und die EMG-Aktivität der ischiokrualen Muskulatur messen kann, während Streckungsgeschwindigkeit und -winkel kontrolliert werden. Der Streckungswiderstand wurde dabei als passives Drehmoment (Nm) definiert, das die ischiokruale Muskulatur während einer passiven Kniestreckung an einem isokinetischen Dynamometer entwickelt, das über ein modifiziertes Oberschenkelpolster verfügt. Um eine klinische statische Streckung zu simulieren, wurde das Knie passiv gestreckt bis zu einer vorher festgelegten finalen Position (0.0875 rad/s, dynamische Phase), in der es für 90 Sekunden verblieb (statische Phase). Alternativ dazu wurde das Knie bis zu dem Punkt gestreckt, an dem es anfing zu schmerzen (Stretchingtoleranz). Aus der Drehmoment-Winkel-Kurve der dynamischen Phase der statischen Streckung wie auch beim Stretchingtoleranztest wurden die passive Energie und die Steifigkeit (stiffness) berechnet. Der Drehmomentabfall während der statischen Phase wurde als repräsentativ für die viscoeleastische Stressrelaxation betrachtet.Mit diesem Modell wurde Untersuchungen durchgeführt, die zeigten, daß eine einzelne statische Streckung zu einer 30%igen viscoelastischen Stressrelaxation führte. Mit wiederholten Streckungen kam es zu einem Rückgang der muskulären Steife (stiffness), die aber innerhalb einer Stunde wieder zu ihrem Ausgangfswert zurückkehrte. Langfristige (3 Wochen) Strechingübungen führten zu einer Erhöhung der Gelenkbeweglichkeit, da sich die Stretchingtoleranz veränderte und weniger die passiven Eigenschaften der Muskulatur. Durch Krafttraining kam es zu einer größeren muskulären Steife, was nicht durch tägliches Stretching beeinflußt werden konnte. Verschiedene Stretchingtechniken führten zu einer Veränderung der Stretchingtoleranz und weniger zu Veränderungen der passiven Eigenschaften. - leicht gekürztes Autorreferat -
© Copyright 1998 Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports. Wiley. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences
Published in:Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports
Language:English
Published: 1998
Edition:Kopenhagen 8(1998)2, S. 65 - 77, 9 Abb., 83 Lit.
Document types:article
Level:advanced intermediate