Differences in growth and maturation in twin athletes

(Unterschiede in Wachstum und Reife bei Zwillingssportlern)

Anamnese: Ein Zwillingspaar, 13,5 Jahre, hatten ähnliche Körperhöhen und -gewichtsverläufe von Geburt bis zum 11. Lebensjahr (ca. 10er Perzentil), danach wichen sie ab. Beide Mädchen begannen mit 3 Jahren zu turnen. Zwilling A setzte ihre Turnkarriere fort und besuchte ab dem 10. Lebensjahr eine Sportinternatsschule. Dort trainierte sie über 25 Stunden/Woche und hielt eine kalorienarme Diät. Zwilling B turnte 3 Jahre und begann mit 9 Jahren Basketball zu spielen.Sie lebte zu hause, trainierte 8-9 Stunden/Woche und schränkte ihre Ernährung nicht ein. Beide Mädchen sind gesund. Zwilling A hat noch keine Menstruation, Zwilling B hatte die erste Menstruation mit 12 Jahren. Physische Untersuchung: . Zwilling A Zwilling B Körperhöhe (cm) 148 154 Körpergewicht (kg) 38,4 43,5 Summe Hautfalten(mm)x) 17 32 Schambehaarung x) 4 5 Brustentwicklung x) 3 4 x)nach Tanner Die Unterschiede in Wachstum und Reife können entweder auf unterschiedliche genetische Anlagen oder unterschiedliche Umweltbedingungen oder beides kombiniert zurückzuführen sein. Tests und Ergebnisse: Bluttests: HLA und VNTR und Blutgruppen: gleich. Knochenalter bei 12,5 Jahren: entsprechend 11.3 Jahre für beide. Knochenmineraldichte: Gesamtkörper - 1.010/1.033 (A/B), Lendenwirbelsäule - L2-L4 0.965/0.938, Oberschenkelhals - 1.049/1.017. Körperfett: 8.2/17% Da die genetischen Anlagen den Unterschied in Körperhöhe und sexueller Entwicklung zwischen den eineiigen Zwillingen nicht erklären können, scheint es, daß intensives körperliches Training zusammen mit Nahrungseinschränkungen, wahrscheinlich durch Hemmung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse, verantwortlich für diese Unterschiede sind. Die Ergebnisse bedeuten: 1. Die vorausgesagte Finalgröße von A ist beträchtlich niedriger als die von B, da ihre Knochenalter gleich sind. 2. Eine hohe Auftreffkraft wie bei Turnern erhöht die Knochenmineraldiche insbesondere der Hüfte. Eine geringe Ernährung kann jedoch diese Wirkung bei der Gesamtkörperknochen beeinträchtigen. Therapie: Unter den Bedingungen eines intensiven Trainings sollte Zwilling A eine angemessene Ernährung empfohlen werden.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Nachwuchssport
Veröffentlicht in:Medicine & Science in Sports & Exercise
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1997
Ausgabe:Indianapolis 29(1997)5, Suppl., S. S150
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch