Belastung der Lendenwirbelsäule durch stoßhaltige Ganzkörperschwingungen
Aktuelle Normen für Ganzkörperschwinungen (GKS) stützen sich vorwiegend auf subjektive Urteile, obwohl ein Zusammenhang mit der Wirkung auf die Gesundheit nicht nachgewiesen worden ist. Ziel des Vorhabens war es, Gundlagen für Bewertungsverfahren durch experimentelle Untersuchungen zu gewinnen. Zu prüfen waren die objektiv bestimmbaren und subjektiv empfundenen Wirkungen von GKS auf die Lendenwirbelsäule (LWS) für unterschiedliche Körperhaltungen, bei variabler Robustizität des Skeletts und bei unterschiedlicher Stoßhaltigkeit. Material und Methoden: 36 Probanden (je 12 mit einer Skelettrobustizität "grazil", "mesosten" oder "robust") wurden in drei sitzenden Körperhaltungen (lockere Fahrerhaltung, angespannte vorgeneigte Haltung, straffe aufrechte Haltung) auf einem GKS-Simulator gegenüber praxisrelevanten stoßhaltigen GKS exponiert (Effektivwerte awz= 0,7; 1,0 ud 1,4 m/s). Meßgrößen: Kraft am Interface Sitz/Mensch, Beschleunigungen des 3., 4. und 5. Lendenwirbels (berechnet aus Hauptbeschleunigungen). Weitere Methoden: Bewegungsanalyse; intermodale Vergleiche; Anthropometrie; Eletromyographie; biomechanische Modelle für Berechnung von Kompressions- und Scherkräften im Zeitbereich. Ergebnisse: Beschleunigungsamplitude, Haltung und Skelettrobustizität bestimmten die Wirkung von GKS auf die LWS. Die subjektiv empfundene Wirkung entsprach nur teilweise der objektiv bestimmten Wirkung. Systematische Wirkungsdifferenzen waren bei variabler Stoßhaltigkeit nicht zu sichern. Eine umfassende theoretische Analyse bisheriger Befunde zur statischen und repitiven dynamischen Belastbarkeit von Wirbeln und Knochenproben, die mit unterschiedlichen Belastungsfrequenzen, Materialien und Randbedingungen gewonnen wurden, diente als Basis eines Ansatzes, ständig wiederholte interne Belastungen quantitativ zu bewerten und eine dem Schadenspotential wiederholter Spitzenbelastungen theoretisch adäquate Dosis zu bestimmen. In Abhängigkeit von Haltung, Alter und Körperbautyp wurden unter Verwendung der experimentellen Befunde Schwellen externer GKS-Belastung berechnet, bei deren Überschreitung mit einer Schadensakkumulations zu rechnen ist, welche durch eine energieäquivalente Bewertung der Exposition nicht adäquat widergespiegelt wird. -gekürztes Autorreferat -
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Naturwissenschaften und Technik |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
1995
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| Ausgabe: | Berlin: Bundesanstalt für Arbeitsmedizin (Hrsg.), 1995. - 199 S.: zahlr. Abb., Tab., Lit. (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsmedizin, Forschung Fb 01 HK 061) |
| Schriftenreihe: | Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsmedizin |
| Dokumentenarten: | Forschungsergebnis |
| Level: | hoch mittel |