Richtig Tapen - Funktionelle Verbände am Bewegungsapparat optimal anlegen
Aktive Sportler alle Leistungsebenen, aber auch sportbegeisterte Konsumenten, egal ob sie vor dem Fernseher oder im Stadion sitzen, wissen bzw. erleben immer wieder, wie eine erste Akutversorgung während des Wettkampfs gerade in den telegenen Ballsportarten mit einem Tape erfolgt. Dabei können sehr verschiedene Ziele vom Physiotherapeuten oder Mannschaftsarzt mit den Verbänden verfolgt werden: Tapes können in der Verletzungsprophylaxe genauso eingesetzt werden, wie auch für therapeutische Zwecke, wenn zum Beispiel mit einem funktionellen Verband der Bewegungsradius in einem Gelenk eingeschränkt werden soll. Tapeverbände können immer dann sinnvoll sein, wenn gefährdete oder verletzte funktionelle Einheiten geschützt, gestützt oder entlastet, extreme Bewegungen verhindert oder Ausheilungsprozesse unterstützt werden sollen.
Mit Klaus Eder als dem Physiotherapeuten deutscher Olympiateams und der deutschen Fußballnationalmannschaft und Hauke Mommsen als Mannschaftsarzt des Top-Handballteams der SG Flensburg-Handewitt haben sich zwei der erfahrensten und renommiertesten Fachleute zusammengefunden, um anderen Therapeuten und Sportmedizinern einen fachlich fundierten Einblick in das Thema vorzustellen, und gleichzeitig ihre Erfahrungen im Umgang gerade mit Spitzensportlern zu vermitteln.
Das vorliegende Buch gliedert sich in einen allgemeinen und einen praktischen Teil. Im ersten Teil werden die medizinischen und biomechanischen Grundlagen ausführlich vorgestellt, die es beim Einsatz von funktionellen Verbänden zu beachten gilt. Zudem wird eine Auswahl aktueller Tapingmaterialien präsentiert, die im Training und Wettkampf eingesetzten werden. Die Autoren beschreiben sehr detailliert, bei welcher medizinischen Indikation Tapingverbände zum Einsatz kommen dürfen, nämlich bei: Sehnenentzündungen, Kapselbandverletzungen, Verletzungen an Muskeln und Sehnen sowie bestimmten Knochenverletzungen. Der allgemeine Teil schließt mit Erläuterungen zur Handhabung der unterschiedlichen Tapes und Ausführung von Tapeverbänden ab.
Im nachfolgenden praktischen Teil werden verschiedene Verbandtechniken in spezifischen Anwendungsbereichen entsprechend der angestrebten Funktion (z. B. Einschränkung der Streckung, Kompression, Stützung und Entlastung, Gelenkstabilisierung, Flexionseinschränkung) für die oberen und unteren Extremitäten in Wort und Bild vorgestellt. Dabei werden stets Indikation und Kontraindikation beschrieben und auch die maximale Liegedauer des Verbandes definiert. In Erweiterung der Präsentation in der 2007 erschienenen 1. Auflage stellen die beiden Autoren weitere Tapeanlangen für typische Sportverletzungen bzw. Schäden der oberen und unteren Extremitäten vor. Dies betrifft beispielsweise das Patellaspitzensyndrom als eines der am häufigsten auftretenden medizinischen Probleme in der Leichtathletik, aber auch in anderen Sportarten.
Die fotografischen Darstellungen, die für alle Indikationen und die zum Einsatz kommenden Tapingverbände präsentiert werden verdeutlichen sehr anschaulich, wie der jeweilige Verband sachgerecht angelegt werden muss, um den gewünschten Effekt zu erzielen und sie vertiefen auch das Verständnis dafür, welche Mechanismen hinter der jeweiligen Tapingtechnik liegen.
Die abschließenden Ausführungen zu körperlichen Aspekten des Tapings behandeln einerseits den Einfluss getapter Körperregionen auf die darunter liegende Haut und welche vor- bzw. nachbereitenden Maßnahmen den Heilungsprozess beschleunigen und andererseits die Wirkung auf das Blut- und Lymphgefäßsystem.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Balingen
Spitta Verlag GmbH & Co. KG
2007
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| Seiten: | 177 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |