Das Taping-Selbsthilfe-Buch
Taping gehört seit einigen Jahren zum sportlichen Training und Wettkampf in einer Vielzahl von Sportarten und wird von Sportlern und Teams (bzw. von den sie betreuenden Physio- und Sporttherapeuten und den Sportmedizinern) auf sehr unterschiedlichem Leistungsniveau eingesetzt. Das rührt in erster Linie daher, dass Tapes für sehr unterschiedliche Anwendungsbereiche - von der Linderung von Schmerzen und Verspannungen über die Unterstützung bei schwachen Bändern oder Gelenken bis hin zu Menstruations- und arthrotischen Beschwerden - eingesetzt werden können. Nachdem es anfangs nur nicht dehnbare Tapes gab, hat die Entwicklung elastischer Tapes durch Kenzo Kase in Japan und deren sehr schnelle Verbreitung über den Globus das Einsatzspektrum nochmals erweitert. Inzwischen gehören sie zum Standard, um verschiedene medizinische Probleme schonend zu behandeln. So können sie durch die Schmerzreduktion während der Bewegungsausführung auch einen wichtigen Beitrag leisten, um die Beweglichkeit zu erhöhen bzw. um Bewegungen, die unter Schmerz nicht mehr ausgeführt werden können, überhaupt wieder durchzuführen, was wiederum ein aktiver Therapiebeitrag sein kann. Im Rahmen physiotherapeutischer Behandlungsmethoden werden Tapes auch oftmals ergänzend bzw. additiv zu weiteren Methoden eingesetzt, zum Beispiel um zwischen den Behandlungen innerhalb einer Woche erzielte Fortschritte besser "konservieren" und beim nächsten Therapietermin genau dort weiterarbeiten zu können. Dieser Umstand sowie das schonende Einsatzkonzept der elastischen Tapes tragen oftmals auch zu einer gesteigerten Motivation und Eigeninitiative bei den Patienten selbst bei.
Weshalb es beim Taping zu schnell erlebbaren und auch messbaren Fortschritten kommt, ist noch nicht endgültig geklärt. John Langendoen und Karin Sertel bieten dafür mehrere Erklärungsansätze von der gezielten Anregung von Nervenendigungen und die Veränderung von Gleiteigenschaften der menschlichen Haut über die stützende Entlastung belasteter Körperregionen bzw. -strukturen bis zur positiven Wirkung von Tapes auf den Abtransport überschüssiger Flüssigkeiten.
Unbestritten sind die verschiedenen Funktionen des Taping, die mit einer Schutz- und Korrekturfunktion beginnen, die Förderung der Durchblutung und eine massierende Funktion umfassen und bis zur aktivierenden Funktion für die Mechanorezeptoren reichen.
Auf diese grundlegenden Aspekte des Taping geht das Buch in seinen einführenden Kapiteln ein, wie auch die Struktur der Tapes erklärt wird und daraus praktische Hinweise zur Vorbereitung der Tapes und des Anlegens entwickelt werden. So werden beispielsweise die unterschiedlichen Farben der Tapes thematisiert, die (im Unterschied zum Theraband keinen Hinweis auf verschiedene Härtegrade oder variierende Eigenschaften liefern), die zwar nicht im Mittelpunkt des Therapiekonzepts stehen, aber durchaus im Umgang mit elastischen Tapes nicht unberücksichtigt bleiben sollen.
Bevor die erfahrenen Autoren erklären, welche Tapes bei welchen Beschwerden angelegt werden können bzw. sollen, geht es ihnen nochmals um die zusammenfassende Erläuterung der Anwendungsprinzipien für die Einsatzgebiete:
Behandlung von Schwellungen
Entspannung von verspannten Muskeln
Training von Muskeln
Behandlung akuter Gelenkschmerzen
Behandlung von Gelenksteifigkeit mit Schmerz
Einsatz bei Nervenschmerzen
Einsatz bei frischen sowie bei älteren, verklebten Narben
Anlage von Tapes im Gesichtsbereich
Anlage von Tapes am Bauch.
Der Hauptteil des Buchs für das Anlegen von Tapes durch Sportler, Trainer, Physiotherapeuten oder Patienten selbst widmet sich natürlich der Tapingpraxis. Um sich schnell und effektiv orientieren und das richtige Tape finden zu können, bieten die Autoren zwei Register an: Das erste richtet sich nach Beschwerdebildern von Achillessehnenreizung und Hämatombehandlung bis Zähneknirschen und Nervschmerzbehandlung. Das zweite Register orientiert sich an dem jeweiligen lokalen Anwendungsgebiet von Adduktoren bis zum Trigeminus-Nerv und vermittelt außerdem Informationen zu Kombinationsmöglichkeiten beim Taping. Die folgenden 80 praktischen Beispiele des Einsatzes von Tapes sind in ihrer Kombination von verbaler Beschreibung und fotografischer Illustration sehr gut nachvollziehbar, so dass die Tapes entweder selbst oder von einem "Tapepartner" korrekt angelegt werden können. Als Ausgangspunkt wird jeweils die verbale Beschreibung der Symptome gewählt und eine erste Interpretation möglicher Ursachen vorgenommen. Deutlich werden die Ansatz- und Endpunkte des Tapes, deren Kleberichtung und Ausrichtung. Mit der faktografischen Beschreibung der bevorzugten Tapebreite, zum durch das Tape auszuübenden Zug sowie zur Dauer der Anwendung des jeweiligen Tapes in Tagen werden weitere wichtige Informationen für die Selbstapplikation vermittelt.
Die Präsentation von speziellen Körperpunkten, an denen Gitter- oder Magnettapes geklebt werden können, um die angestrebten therapeutischen Wirkungen zu unterstützen, rundet das Praxisbuch des Tapeeinsatzes ab.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Tagging: | Kinesiotape |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Stuttgart
TRIAS
2012
|
| Ausgabe: | Stuttgart, TRIAS, 2012.- 249 S. + 1 DVD |
| Seiten: | 249 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | niedrig |