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Current issues in sports nutrition

(Aktuelle Themen der Ernährung im Sport)

Zunehmende Belastungsumfänge und Belastungsintensitäten haben im Sport das Bewusstsein für die Bedeutung einer belastungsadäquaten Ernährung spürbar größer werden lassen. Dabei geht es sowohl um eine gesunde, ausgewogene Basisernährung, die die energetischen Voraussetzungen für Training und Wettkampf grundsätzlich und langfristig absichert, als auch um eine spezifische Ernährung, die dem Charakter und der Leistungsstruktur der jeweiligen Sportart bzw. der einzelnen Disziplin entspricht. Zu diesen beiden Themen sind in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien angefertigt worden, um Antworten auf die "brennendsten" Fragen der Sportwissenschaftler und Ernährungsphysiologen, aber auch der Trainer und Sportärzte und nicht zuletzt der Sportlerinnen und Sportler selbst zu finden. Sich einen Überblick über all diese Untersuchungen zu beschaffen, die Forschungsergebnisse entsprechend zu analysieren und hinsichtlich ihrer Relevanz sowohl im sportlichen Zusammenhang insgesamt, dann aber auch mit Bezug auf eine bestimmte Sportart oder gar Trainingsgruppe zu bewerten, ist eine Herkulesaufgabe, die nur schwer und vielleicht "nebenbei" zu bewältigen ist. Durch die vorliegende Sondernummer der Zeitschrift "Annals of Nutrition & Metabolism" zu wichtigen Fragen der Ernährung im Sport wird das diesbezüglich bestehende Defizit in wichtigen Fragen beseitigt. In den sechs Beiträgen ausgewiesener internationaler Experten werden ausgewählte Ernährungsthemen hinsichtlich des aktuellen Forschungsstands aufgearbeitet und sich daraus ergebende praktische Empfehlungen und Konsequenzen herausgearbeitet. Dazu legt A. Tarnopolsky eine Meta-Analyse zur Nutzung von Koffein und Kretin im Sport vor, wo detailliert die ergogene Wirkung der beiden Wirkstoffe im Sport untersucht wird. Er fasst die vorgelegten Untersuchungen zusammen und leitet eine empfehlenswerte Dosis für die Gabe ab, weist gleichzeitig auch auf die kontraproduktiven Konsequenzen einer exzessiven Verabreichung hin. Im sich anschließenden Beitrag geht T. Noakes der Frage nach, wie optimale Strategien zur Flüssigkeitsaufnahme während sportlicher Belastung aussehen und welche Rolle dabei spielen sollte, wie durstig Sportler sind. Eine ad libitum Flüssigkeitszufuhr repräsentiert dabei ein Optimum, Durst sollte stets als Signal dafür verstanden werden, dass eine Beeinträchtigung der sportlichen Leistung durch Flüssigkeitsmangel zu befürchten steht. Mit der Aufnahme einer sehr kohlenhydratreichen Nahrung unmittelbar vor einer Belastung wird von A. Jeukendrup gemeinsam mit S. Killer ein außerordentlich kontrovers diskutiertes Thema analysiert. Die aus den Untersuchungsergebnissen abgeleiteten Ernährungsempfehlungen reichen von empfohlener Kohlenhydrataufnahme eine Stunde vor Belastung bis zum "Verbot", dieses zu tun. Angesichts dieser Befundlage wird als erster Schritt hin zu einer optimalen Integration kohlenhydratreicher Nahrungsmittel in die Belastungsvorbereitung von den Autoren empfohlen zu prüfen, wie der einzelne Sportler tatsächlich auf eine solche Ernährungsform reagiert und dann entsprechende Entscheidungen gemeinsam mit Trainer, Arzt und Ernährungsphysiologen zu treffen. Die spezielle Belastungssituation in Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball, mit überwiegend intermittierender Belastung, und die sich daraus ergebenden Folgerungen für eine optimale Ernährung greifen I. Mujika und L. Burke in ihrem Beitrag auf. Sie betonen sehr stark die große Bedeutung der Tage zwischen den Wettkämpfen, die genutzt werden müssen, um eine vollständige Rehydration zu erreichen und weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln in diesem Zusammenhang sehr hilfreich sein kann. D. Stensel's Thema ist der Umgang mit dem Gefühl von Appetit und dessen Regulation in Training und Wettkampf. Er beschreibt die Abläufe auf hormoneller Ebene, die nicht selten zu einer negativen Energiebilanz und zu Gewichtsverlust führen. Auch auf das Thema einer möglichen zu umfangreichen Nährstoffaufnahme nach Belastung und den sich eventuell darauf ergebenden Konsequenzen für die Regulation des Körpergewichts wird Bezug genommen. Im abschließenden Beitrag thematisiert K. Tipton Ernährungsstrategien im Zusammenhang mit akuten Verletzungen, die in Training und Wettkampf passiert sind. Dabei wird die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für eine optimale Wundheilung herausgestrichen und die Unterstützung des Wiederherstellungsprozesses betont. Insgesamt werden in diesem Heft wichtige Ernährungsfragen im Sport aufgegriffen und aktuell verfügbare wissenschaftliche Erkenntnisse auf ihre Relevanz für Training und Wettkampf analysiert. So ist ein sehr interessanter, gleichzeitig auch fachlich anspruchsvoller Band entstanden, der Sportärzten, Ernährungsphysiologen und Trainern bei der Entwicklung von Ernährungsstrategien hilfreiche Empfehlungen geben kann.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Annals of Nutrition and Metabolism
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: Basel 2010
Ausgabe:Basel: Karger, 2010.- 53 S. (Sonderheft 2/2010)
Seiten:53
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch