Wissen im Hochleistungssport. Perspektiven und Innovation
Ein nicht zu verkennender Trend im internationalen Leistungssport ist die Verwissenschaftlichung von Training und Wettkampf, mit dem Ziel, die Prozesse der Leistungsanalyse und der Leistungsentwicklung durch Experten verschiedener Wissenschaftsdisziplinen effektiv zu unterstützen. Mit einem solchen Herangehen sind hohe fachliche Anforderungen an die im Leistungssport tätigen Trainer verbunden, sind sie doch der Ausgangspunkt in der Formulierung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben, sollen sie aber auch gleichzeitig interdisziplinär zusammengesetzte Expertenteams leiten bzw. koordinieren und für den Transfer neuen Wissens sowie die praktische Anwendung neuer Erkenntnisse Verantwortung übernehmen. Untersuchungen der Universität Tübingen haben aber deutliche Hinweise darauf erbracht, dass Sportarten (bzw. Trainer), denen es gelingt, diese Prozesse der wissenschaftlichen Unterstützung effektiv zu organisieren und zu führen, zu den Erfolgreichen im Vergleich mit denen gehören, bei denen Wissenschaft und Entwicklung nur einen relativ geringen bzw. keinen Stellenwert besitzen.
Um Trainer auf diesem Weg zu unterstützen, müssen Lösungen entwickelt werden, die einerseits neuestes Wissen produzieren, und zwar so, dass es für Trainer anwendbar wird, andererseits aber auch auf die täglichen und sehr speziellen Arbeitsbedingungen der Trainer im Hochleistungsbereich abgestellt sind.
Mit dem aktuell laufenden Forschungsprojekt "Wissensmanagement im Wissenschaftlichen Verbundsystem Leistungssport" werden gerade diese Fragen, und zwar aus der Sicht der Trainer im Nachwuchs- und Hochleistungssport, mit dem Ziel untersucht, Empfehlungen für die perspektivische Gestaltung von Wissens-, Informations- und Kommunikationsangeboten im deutschen Spitzensport zu erarbeiten. Im Rahmen des Projekts fand im Juni 2010 ein internationales Symposium "Informations- und Wissensmanagement im Hochleistungssport" statt. Viele der dort vorgetragenen Beiträge haben ihren Weg in den vorliegenden Konferenzband gefunden und dokumentieren sowohl die aktuelle Situation im nationalen wie auch internationalen Bereich, diskutieren die Möglichkeiten und Probleme der Nutzung moderner Informations- und Kommunikationslösungen im Spitzensport und präsentieren die aktuelle Situation in der Entwicklung und Förderung von wissenschaftlichen Projekten für die Spitzenverbände Deutschlands, deren Trainer und Athleten.
Der vorliegende Band gibt einen Überblick über Ziele und Teilstudien des Wissensmanagementprojekts. Die gewählten Perspektiven sind sehr vielschichtig, reichen von der herausgehobenen Position von Wissenschaftskoordinatoren der Spitzenverbände für das Wissensmanagement über die Anforderungen an das Wissensmanagement, die sich in der Trainerausbildung zeigen, der Nutzung von Beobachtungs(Video)material für den und im Trainingsprozess bis hin zur Förderung wissenschaftlicher Projekte für den Spitzensport durch das BISp Bonn.
Inhalt
L. Nordmann; K. Oltmanns: Welches Wissen brauchen Trainer?
J. Lange; L. Grehl: Informationsoffensiven im Sport.
G. Reynolds: Introducing and Sustaining New Technologies.
G. Hyneck: Videomanagement und Videoanalyse als Rich-Internet-Applikation.
L. Grehl: Der Wissenschaftskoordinator im Spitzensport.
U. Pöschl: Interaktives Open-Access-Publizieren und öffentliche Fachbegutachtung.
A. Horn: Projektförderung und Wissenstransfer des BISp - Strategien und Konzepte zwischen Inhalten, Adressaten und Partnern.
W. Killing: Strukturelle Hemmnisse bei der Umsetzung sportwissenschaftlicher Erkenntnisse.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Theorie und gesellschaftliche Grundlagen |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Sportverlag Strauß
2011
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| Ausgabe: | Köln: Sportverlag Strauß, 2011.- 173 S. |
| Seiten: | 173 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |