Knie und Sport. Empfehlungen von Sportarten aus orthopädischer und sportwissenschaftlicher Sicht
Das Knie mit seinen sechs Freiheitsgraden (Flexion/Extension, Außer- und Innenrotation, Varus/Valgus-Rotation) und drei Translationen (antero-posterior, medio-lateral, Kompression-Distraktion) spielt für die menschliche Fortbewegung eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig sind seine spezifischen Dämpfungseingenschaften wichtig, um die erheblichen und langfristig wirkenden Belastungen gut verarbeiten zu können. Es sind auch die gleichen Eigenschaften, die das Knie so wichtig und zugleich sensibel für sportliche Bewegungsabläufe und Belastungen machen. Ein gesundes Knie kann maximale Belastungen dank seiner Anatomie und Kinematik gut tolerieren, was es aber nicht davor schützt, durch Überbeanspruchungen oder auch durch fehlende Zeit zur Regeneration nach Belastungen geschädigt zu werden. Gleiches gilt dann auch für die Wiederherstellung nach Schäden bzw. Verletzungen.
Aktuelle Statistiken zu Sportverletzungen unterstreichen die herausgehobene Bedeutung des Kniegelenks, seine besonderen Belastungen im Zusammenhang mit Training und Wettkampf in einer sehr großen (und weiter zunehmenden) Zahl von Sportarten. Sie zeigen auch, dass erlittene Verletzungen auf längere Sicht die Belastbarkeit des Knies spürbar beeinträchtigen können, dass kaum noch therapierbare Verschleißerscheinungen nicht selten sind. Davon betroffen sind oftmals sowohl die verschiedenen Strukturen des Knies als auch der anliegenden Strukturen wie Bänder oder Sehnen.
Wichtig für die langfristige Erhaltung der Gesundheit und Belastbarkeit des Knies ist ein diese Strukturen "schonendes" Training wie auch ein Training, das darauf ausgerichtet ist, präventiv zu wirken, das Knie und seine Umgebung zu kräftigen. Letztlich ist auch ein Training wichtig, dass die muskuläre, neuromuskuläre und sensomotorische Ansteuerung im Auge hat, das Knie auch diesbezüglich auf sehr hohe Belastungen im Training und Wettkampf vorbereitet. Schlagworte wie kontrollierter Trainingsaufbau, komplette Ausheilung von Verletzungen, eine gute muskuläre Stabilisierung und koordinative Ausbildung stehen hier stellvertretend für den verantwortungsvollen Umgang mit dem Knie.
Für Trainer, Sportler, Physiotherapeuten und Sportärzte, die sich einem solchen Denk- und Trainingsansatz verpflichtet fühlen, bietet das Buch von Joachim Grifka und Silvia Dullien eine kompakte, alle wichtige Facetten umfassende Zusammenschau. Ausgehend von biowissenschaftlichen Grundlagen zur Anatomie und Biomechanik des Knies, zu den Möglichkeiten seiner sportmedizinischen Untersuchung und zu den zu beachtenden Trainingsprinzipien zum Erhalt der Belastbarkeit, werden häufig anzutreffende Erkrankungen, Überlastungssyndrome und Verletzungen des Knies und der es umgebenden Region vorgestellt. Dazu gehört auch die spezifische Betrachtung der Belastungsformen und -risiken in einer Vielzahl von Sportarten von A wie Aerobic über J wie Judo und H wie Handball bis zu S wie Skilanglauf und V wie Volleyball. Für insgesamt 33 Sportarten bzw. Aktivitätsformen erfolgt eine solche spezifische Analyse, werden die häufigsten Verletzungen und Überlastungsbeschwerden beschrieben wie auch Präventionsmaßnahmen aufgezeigt.
Die sich anschließenden Kapitel widmen sich Besonderheiten, die beim Knie im Kindes- und Jugendalter sowie im Alter zu beachten sind, wie auch ein Kapitel der Spezifik der besonders intensiven Belastung und der sich daraus ergebenden Konsequenzen für präventives Training, für die Optimierung der Regeneration und die frühzeitige Behandlung von Beschwerden und Verletzungen innerhalb leistungssportlicher Aktivitäten gewidmet ist. Das abschließende Kapitel greift dann die Wirkungsweise von Hilfsmitteln wie orthopädischen Einlagen und speziellen Schuhen auf.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Deutscher Ärzte-Verlag
2009
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| Ausgabe: | Köln: Deutscher Ärzte-Verlag, 2009.- 189 S. |
| Seiten: | 189 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |