1988

Analytik von Wachstumshormon und Dopingnachweis. Massenspektrometrische Charakterisierung und Entwicklung einer Dopingkontrollmethode

Wachstumshormone sind für Menschen, Tiere und Pflanzen von sehr großer Bedeutung, da mit ihnen das Wachstum reguliert wird. Die ihnen innewohnende anabole Wirkung wird auch gezielt in verschiedenen Bereichen (wie der Viehzucht) genutzt, um den Aufbau körpereigenen Gewebes durch verstärkte Proteinsynthese zu fördern. Die durch den Einsatz von Wachstumshormonen geschaffene muskelaufbaufreundliche Stoffwechsellage, die Wirkungen hinsichtlich Fettabbau sowie eine mögliche Verkürzung von Regenerationszeiten haben Doper im Auge, wenn sie Wachstumshormone im Sport einsetzen. Dabei sind es insbesondere die endokrinologischen Wirkungen auf Lipolyse und Proteinanabolismus, die für die Doper interessant sind. Der Einsatz von Wachstumshormonen ist seit 1989 durch das IOC, die internationalen und nationalen Sportverbände als verbotene Leistungssteigerung strikt untersagt. Um dieses Verbot durchsetzen zu können, sind Dopingkontrollverfahren entwickelt worden, die Wachstumshormon aus humanem Plasma durch Immunoaffinitätsaufreinigung, 2D-Elektrophorese und Immunoblot nachweist. Gleichzeitig ist der Nachweis gelungen, ob es sich um endogenes oder rekombiantes Wachstumshormon handelt. Letztlich gelingt mit hochauflösender Massenspektrometrie auch der Nachweis, um welche endogene Formen des Wachstumshormons es sich handelt. Dies ist insbesondere dafür bedeutsam, um Analyseergebnisse bewerten und ungewöhnliche und verdächtige Werte aus Dopingproben entsprechend einordnen zu können. Dieses Prozedere steht im Mittelpunkt der Abhandlung von Maxie Kohler. Sie präsentiert diesen mehrgliedrigen Nachweis ausgehend von einer umfassenden Literaturkritik, indem u. a. biochemische und endokrinologische Aspekte, Funktionen und Wirkungsmechanismen diskutiert werden. Dem schließt sich die Vorstellung des aktuellen Wissensstands zur Proteinbiochemie und den vorhandenen analytischen Möglichkeiten innerhalb von Untersuchungen von Dopingproben an. Im experimentellen Teil ihrer Arbeit präsentiert die Autorin ihre Ergebnisse zur massenspektrometrischen Charakterisierung von hypophysärem Wachstumshormon und seinen Fragmenten als Grundlage für Dopingkontrollmethoden. Dabei geht es primär um die Kennzeichnung endogener Modifikationen und Varianten von Wachstumshormonen. Die entwickelten Analyseverfahren gestatten es, diskrete Formen von Wachstumshormonen aus dem Plasma nachzuweisen. Durch das Fehlen spezifisch endogener Varianten kann damit ein Dopingvergehen mit rekombinatem Wachstumshormon nachgewiesen werden. Insgesamt stellt das vorgestellte Verfahren einen sehr spezifischen Dopingtest dar.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Saarbrücken Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften 2008
Ausgabe:Saarbrücken: Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, 2008.- 122 S.
Seiten:122
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch