Sportanthropologie
Die Sportanthropologie wird seit Ende der achtziger Jahre als "vergleichende Biologie des Sport treibenden Menschen" definiert und umfasst dabei die Sportanthropometrie und die Konstitutionstypologie der Sportler. Außerdem werden durch sie aber auch klinisch-anthropologische, humangenetische, evolutions- und sozialbiologische sowie morphoendokrinologische Aspekte des körperlichen Leistungsvermögens des Menschen berührt. Sie beschreibt einerseits die Konstitutionstypen, erforscht aber auf dem Weg dahin auch die Ursachen dafür. Letztlich geht es ihr auch um die Entwicklung und Weiterentwicklung von Methoden zur Ermittlung sportanthropometrischer Parameter und der Körperzusammensetzung. Dabei geht es darum, Faktoren wie die Belastung hinsichtlich ihrer Wirkungen auf die Veränderung dieser Parameter und Werte zu untersuchen.
Eine tiefergehende Analyse der internationalen und nationalen Entwicklung auf diesem wissenschaftlichen Fachgebiet fördert primär zwei Konstitutionsschulen zu Tage: Das System von Sheldon der Somatotypisierung sowie die bipolaren Variationsreihen nach Conrads und Knussmann, in die auch die Arbeiten von Tittel und Wutscherk einzuordnen sind. Diese beiden konstitutionsbiologischen Systeme bilden mit ihren theoretischen Grundlagen und den entwickelten und eingesetzten Methoden die entscheidende Grundlage der Diskussion und Präsentation des aktuellen Entwicklungsstands der Sportanthropologie durch Christoph Raschka.
Nach dem historischen und theoretischen Einstieg in die Thematik widmet sich ein sehr umfassendes Kapitel den Methoden zur Bestimmung der Körperzusammensetzung des Menschen (Densitometrie, Hydrometrie, Ganzkörperzähler, Referenzmethode im Leistungssport, Neutronenaktivierungsanalyse, DEXA, Bioimpedanzmethode, NIR-Technologie, Hautfaltenmessung, Kernspintomographie). Die für die Nutzung dieser sportanthropometrischen Methoden notwendigen Grundlagen (wie Körperachsen, Körperebenen, Messpunkte, Körperbauindices, podometrische Spezialmaße) werden dem Leser selbstverständlich ebenso vorgestellt, bevor die Methoden der Proportionalitäts- und Massebestimmung präsentiert werden.
Damit sind wesentliche Grundlagen geschaffen, um innerhalb der Faktorenanalyse anthropometrischer Merkmale untereinander ins Verhältnis, aber auch deren Beziehung zu leistungsphysiologischen Parametern zu untersuchen.
Daran anschließend werden die Entwicklungen und der aktuelle Forschungsstand sowohl in der amerikanischen Schule der Somatotypisierung untersucht und mit ihren Hauptvertretern vorgestellt, als auch im Anschluss die deutsche, metrisch fundierte Konstitutionstypisierung bis zur objektiven Körperbautypognose nach Knussmann beschrieben.
Sehr interessant und lesenswert sind die Kapitel, die sich mit aktuellen Problemfeldern der praktischen und klinischen Sportanthropologie befassen. Hier sind zum Beispiel die Zusammenhänge zwischen Konstitutionsbiologie und Biomechanik, Pulmonologie und Kardiologie zu nennen. Aber auch Fragen von Ernährungsgewohnheiten und -problemen spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle (Stichworte sind hier Anorexia athletica oder Adipositas).
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Sportverlag Strauß
2006
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| Ausgabe: | Köln: Sportverlag Strauß, 2006. - 342 S. |
| Seiten: | 342 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |