Das Prinzhausen-Prinzip. Die Ernährungsstrategie zur Leistungssteigerung im Ausdauersport

Bücher und andere Publikationen zu Ernährungskonzepten insbesondere in Ausdauerdisziplinen und -sportarten gehören nicht gerade zu den Seltenheiten auf dem sportwissenschaftlichen Publikationsmarkt. Für nahezu alle Sportarten und für die verschiedensten Voraussetzungen (vom Anfänger über den leistungsorientierten Freizeitsportler bis hin zum Hochleistungsathleten) werden Konzepte und Ernährungsstrategien angeboten. Sich auf diesem Spezialgebiet der Ernährungsphysiologie wirklich zurechtzufinden ist nicht sehr einfach. Und so stellt sich der interessierte Leser und/oder Ausdauersportler die Frage danach, worin sich das Prinzhausen-Prinzip von anderen Ernährungsstrategien unterscheidet. Das Konzept geht davon aus, dass durch eine kohlenhydratreduzierte Ernährung die körperliche Langzeitausdauerleistungsfähigkeit beeinflusst werden kann und parallel eine Optimierung der Körperzusammensetzung im Sinne eines möglichst fettfreien Muskelmassenaufbaus erfolgt. Zu diesem Thema hat es in den letzten Jahren ein verstärktes Forschungsinteresse sowohl mit Bezug auf die Prävention und Therapie des sog. metabolischen Syndroms als auch in sportlichem Zusammenhang gegeben. Aus der Beschäftigung mit den Ergebnissen dieser Studien hat der der Hauptautor auch seinen grundsätzlichen Denkansatz generiert. Dieser wurde dann so weiterentwickelt, dass die kohlenhydratreduzierte bzw. kohlenhydratbetonte Ernährung in einen engen Zusammenhang mit der aktuellen Trainings- bzw. Belastungsintensität gestellt wird. Ziel ist es, vom Trainings- und Wettkampfplan ausgehend, eine optimale Basisernährung im Jahresverlauf mit spezieller Berücksichtigung von Vorwettkampf- und Wettkampfernährung zu gestalten und darüber das Ausdauerleistungsniveau zu entwickeln. Die beiden Autoren setzen bei der Vermittlung ihrer Ernährungskonzepte darauf, dass Sportler und Trainer die wissenschaftlichen Grundzüge erkennen, verstehen und dann bewusst umsetzen. Dies ist keine triviale Aufgabe, geht es doch um ernährungsphysiologische, biochemische und trainingswissenschaftliche Wissensbestände. Themen wie - Kohlenhydrat und Fettverbrennung, - Fette als Energiequelle in der Muskelzelle, - Enzyme und Fettabbau, - Sauerstoff für die Nährstoffverbrennung, - Verbesserung des Glukosetransports, - Kohlenhydratspeicher in der Muskulatur, - Nutzung der muskulären Glykogenspeicher sind deshalb Gegenstand der einleitenden Darstellung, bevor der Frage nachgegangen wird, wie eine hohe Leistungsfähigkeit auch ohne kohlenhydratbetonte Ernährung möglich ist. An diesen theoretisch-wissenschaftlich geprägten Einstieg prägen sich erste praktische Beispiel an, in denen Ausdauersportler berichten, wie sie das Prinzhausen-Prinzip im Training und Wettkampf erfolgreich eingesetzt haben. Dies wird mit Beispielen "garniert" welche Nährstoffe an welchen Tagen und zu welchen Tageszeiten eingenommen wurden und wie dies an die Belastungsintensitäten des jeweiligen Tages zugeschnitten wurde. Aus dem praktischen Erleben des sportlichen Trainingsalltags sind verschiedene, im Zusammenhang mit dem Ernährungskonzept von Jan Prinzhausen stehende, Fragen entstanden, denen sich das sich anschließende Kapitel widmet. Das betrifft zum Beispiel die Wirkung des Prinzhausen-Prinzips in Phasen extensiven Trainings oder mögliche Konsequenzen für die Menstruation. Es kann auch zu Veränderungen von Hämatokrit und Hämoglobin kommen. Auch Laktatwerte können auf dieses Ernährungskonzept reagieren, und Muskelkrämpfe können im Zusammenhang mit kohlenhydratreduzierter Ernährung nicht ausgeschlossen werden. Dieser bewusste, aktive Umgang mit bekannten Problemfeldern ist ein Vorzug des Buchs, da die Autoren Empfehlungen geben, wie im konkreten Fall auf ein solches Problem reagiert werden kann. Sportler und Trainer erhalten auch eine Antwort auf die Frage nach dem Umfang der Kohlenhydratreduktion. Verschiedene gesundheitliche Themen wie die Konsequenzen für das Immunsystem oder die Blutfettwerte, für die Funktion der Nieren und hinsichtlich eines verstärkten Harndrangs werden ebenso aufgegriffen. Den Abschluss bilden Rezeptvorschläge für eine kohlenhydratreduzierte und fettproteinbetonte Ernährung einerseits, zur Glykogensuperkompensation und für die kohlenhydratbetonte Ernährung andererseits und für die Maximierung der Muskelglykogen- und Muskelfettspeicher.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Marburg KVM 2009
Ausgabe:Marburg: KVM, 2009. - 118 S.
Seiten:118
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel