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Handbuch Sportdidaktik

Der Erwerb sportdidaktischen Orientierungswissens ist sowohl für zukünftige Lehrer als auch für Übungsleiter oder Trainer wichtig. Dies geschieht meistens zusammen mit der Aneignung von Wissen in einer Reihe sportwissenschaftlicher Disziplinen und Arbeitsfelder (wie der Bewegungs- und Trainingslehre oder der Sportpsychologie), aber auch in der direkten Auseinandersetzung mit diesen. Hinzu kommt die zunehmende Ausdifferenzierung von der Bewegungspädagogik bis zum Hochleistungstraining, die in der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion auch zu unterschiedlichen Ideen, Konzepten und Realisierungsvorstellungen geführt hat. Sportdidaktik und Sportpädagogik stehen letztlich in der wechselseitigen Diskussion mit grundlegenden Erziehungs- und Bildungskonzepten, die sich nicht speziell mit körperlicher Aktivität oder organisiertem Sport befassen, erhalten von diesen Impulse und liefern solche. Daraus ergeben sich natürlich eine Reihe von Problemen und anspruchsvollen Aufgaben für das Studium bzw. die Ausbildung. Diese Situation sollte von den Beteiligten primär als Chance verstanden werden, aus der kritischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen theoretischen Konzepten und praktischen Umsetzungsvorschlägen den eigenen Weg zu finden, um dem Doppelauftrag des Sports, Erziehung mit dem Ziel der Bildung, gerecht werden zu können. Wer sich dieser Aufgabe gerne stellen möchte, dem bietet sich in diesem Sammelband mit seinen 25 Einzelbeiträgen eine umfassende Wissensbasis. Die Präsentation beginnt mit grundlegenden Orientierungen didaktischen Denkens und Forschens. Beispiele dafür sind Beiträge zum Gegenstand von Sportunterricht (H.-G.Scherer), zu didaktische Konzepte im Sport (P. Elflein) oder zur Wahrnehmung des Schulsports durch die Schüler (J. Süßenbach) bzw. die Lehrer (H. Zoglowek). Im abschließenden Beitrag von H. Lange und S. Sinning zum aktuellen Stand sportdidaktischer Forschungen, zu Themen und Prinzipien wissenschaftlicher Arbeit erfolgt dazu eine Zusammenfassung und ein übergreifender Ausblick. Dabei erscheinen den Autoren Themen und qualitative Forschungsansätze von besonderer Bedeutung zu sein, die nahe an die Unterrichtswirklichkeit (und vergleichbar nahe an die Trainingspraxis) herangehen, um diese wirklich reflektieren zu können. Hier sollte der Methode der Beobachtung im engen Zusammenspiel mit Entscheidungsprozessen und nachfolgenden Handlungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im zweiten inhaltlichen Schwerpunkt des Bandes geht es den Autoren um konzeptionelle Dimensionen des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags bzw. von Lehrlernverfahren. In Beiträgen von R. Erdmann zur Leistungsförderung und -beurteilung, zu sozialem Handeln und Lernen im Sportunterricht (I. Bär), zum Geschlecht als didaktischer Kenngröße (R. Diketmüller), zum Konzept der Ganztagsschule und dessen Chancen und Auswirkungen für Bewegungs- und Sportangebote (N. Neuber) oder zur Bewertung im Sportunterricht (M. Stobrawe) wird dazu ein weit gefächertes Bild entworfen und diskutiert. Der abschließende dritte inhaltliche Schwerpunkt befasst sich mit der Umsetzung sportdidaktischen Wissens in praktische Unterrichtsentwürfe (auch hier sicherlich auch anwendbar auf die Trainingspraxis). Dazu bietet H. Lange einen Überblick über Methoden im Sportunterricht als Inszenierung sportlicher Bewegung, präsentieren M. Danisch und G. Friedrich interessante Einsatzmöglichkeiten neuer Medien im Sport. Weitere Beiträge thematisieren Bewegungsspiele (H. Lange & S. Sinning), entwickeln Bewegungslandschaften (J. Kretschmer) und zeigen die damit verbundenen Möglichkeiten und Herausforderungen auf. Der Beitrag von M. Baschta und J. Gießing widmet sich der Spezifik des Trainierens als einem langfristigem und systematischen Prozeß mit dem Ziel der physiologischen Adaptation und der körperlichen Leistungssteigerung und untersucht die Möglichkeiten des Trainierens im Rahmen des Schulsports aus pädagogischer Sicht. Der abschließende Artikel zur Planung und Auswertung von Sportunterricht setzt nochmals eine Klammer für das Thema, werden doch gerade die vorbereitenden Tätigkeiten und die kritischer Nachbetrachtung des Geschehens im Sportunterricht in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt (V. Döhring & N. Gissel).
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften Schulsport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Balingen Spitta 2009
Ausgabe:Balingen: Spitta, 2., durchgesehene Aufl., 2009. - 459 S.
Seiten:459
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch