Qualitative Forschungsmethoden in der Sportpädagogik
Qualitative Forschungsmethoden gehören inzwischen zum regelmäßig genutzten Inventar verschiedener Disziplinen der Sportwissenschaft. Die Erhebung nicht standardisierter Daten (in Form von offenen Interviews oder von Tagebuchaufzeichnungen) und deren interpretative, sinnverstehende, hermeneutische bzw. kategorien- und theoriebildende Auswertung werden als empirische Forschungsmethoden genutzt. Dies ist allerdings daran gebunden, den Forschungsansatz des zu bearbeitenden Projektes sehr genau kennen muss, um "typische Fehler", die in der qualitativen Sozialforschung passieren können, zu vermeiden. Im Unterscheid zu traditionellen Lehrbüchern versucht sich das Autorenteam des vorliegenden Sammelbandes an einem "Bottom-up-Arbeitsansatz".Über die Präsentation verschiedener praktischer wissenschaftlicher Projekte mit qualitativen Forschungsmethoden als eine Art reflektierender "Werkstattberichte" werden praktische Möglichkeiten zum Beispiel von
- qualifizierten Interviews (für die Richartz allgemeine Grundsätze formuliert),
- Leitfaden-Interviews (denen sich der Beitrag von Krieger aus der Schülersicht annimmt),
- Narrative Interviews (die in Blotzheims Beitrag als klassische Rekonstruktionsweise in der Verknüpfung von Datenerhebung und -auswertung präsentiert wird),
- Schulportraits (das Thiele als Instrument von Schulentwicklungsprozessen beschreibt);
- Diskusforschung (Friedrich greift dazu sprachlichen Kommunikationsstrukturen auf der Grundlage linguistischer Pragmatik auf und stellt die Methode der Inhaltsanalyse vor),
- Fallbeschreibungen und -analysen (mit denen sich Wolters innerhalb interpretativer Wege zu Erkenntnissen kasuistischer Sportdidaktik befasst.
Der abschließende Teil des Bandes wiederum thematisiert methodologische Stile, die wiederum an drei praktischen Beispielen erläutert werden.:
- die dokumentarische Methode (von Schierz, Messmer & Wenholt),
- die Auswertung qualitativer Daten entlang der Grounded Theory (Frei & Reinartz) und
- die Triangulation: Kompositionsformen von Perspektiven und Methodenvielfalt (Miethling).
Gerade der abschließende Beitrag belegt nochmals, dass es den methodischen Königsweg für die Beschreibung und Erfassung der sozialen Wirklichkeit des Schulsports nicht gibt. Oftmals ist ein Methodenmix das Mittel der Wahl, da sich inhaltliche bedeutsame Perspektiven und Erkenntnisse erst daraus ergeben können. Letztlich zeigt gerade dieser Beitrag, dass auch eine enge inhaltliche Verknüpfung von qualitativen und quantitativen Forschungsansätzen dazu dienen kann, neue interessante Erkenntnisse zu gewinnen.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften Theorie und gesellschaftliche Grundlagen |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2008
|
| Ausgabe: | Schorndorf. Hofmann, 2008. - 235 S. |
| Schriftenreihe: | Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport, 163 |
| Seiten: | 235 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |