Dopingsport im Brennpunkt der Ethik

Auch wenn es das Phänomen des Dopings bereits seit vielen Jahrzehnten gibt (und selbst im alten Griechenland bereits über die Einnahme leistungsstimulierender Substanzen von Olympioniken berichtet wurde), sind die Dimension des Dopings und die damit verbundenen Gefahren für den Einzelnen, für Sportorganisationen wie auch für den Sport insgesamt in der Gegenwart so bedeutsam geworden, dass grundlegende Themen im Zusammenhang damit immer wieder aufgeworfen werden müssen. Im vorliegenden Band unterzieht Eckhard Meinberg den zeitgenössischen Sport einer kritischen Analyse ausgehend von ethischen Gesichtspunkten. Dabei gelangt er zur Feststellung, dass es neben dem Freizeitsport, dem Wettkampf- und dem Leistungssport oder dem Behindertensport eigentlich bereits eine neue Konfiguration des Sporttreibens gibt: Den Dopingsport. Dieser ist inzwischen in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zum Gegenstand von Untersuchungen und Erörterungen geworden, wesentliche, grundlegende Fragen sind aber auch hier mit ethischen Themen verbunden, wenn auch von Anfang an klar ist, dass das Dopinghandeln so komplex ist, dass nicht die Sportethik allein dafür zuständig sein kann. Eine Sportethik kann und soll aber dazu beitragen aufzuklären, welche moralischen und ethischen Werte einen modernen Sport prägen sollen. Und sie kann die aktuelle zweifelsohne kritische Situation insbesondere, aber eben nicht nur, im Hochleistungssport anstellen, kann ethische Motive und Argumente auf die Waagschale legen und diskutieren, die von denen ins Feld geführt werden, die sich einen dopingfreien Sport (zurück)wünschen, aber angesichts immer neuer Dopingvergehen in den verschiedensten Leistungs- und Altersklassen nur über vermeintlich "stumpfe Waffen" verfügen. Hierbei zeigen sich auch immer wieder "grenzüberschreitende" Auswirkungen des Dopings wie auch seiner Ursachen, für deren Verständnis auch andere Wissenschaftsdisziplinen beitragsfähig sind. Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, hat der Autor sein Konzept der co-existenzialen Sportethik mit einem ethischen Kooperationsmodell entwickelt. Dazu stellt er die Bestandteile einer pädagogischen Ethik, Trainerethik, Bioethik, Medienethik, Sportrechtsethik, feministischen Ethik, Wissenschaftsethik und politischen Ethik vor, woraus wiederum die Vielschichtigkeit des Gesamtthemas ersichtlich wird.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Merus-Verl. 2006
Ausgabe:Hamburg: Merus Verl., 2006. - 218 S.
Seiten:218
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch