Sportentwicklungsbericht 2005/2006. Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland
Mit seinen mehr als 23 Millionen Mitglieder stellt der DOSB die größte Organisation Deutschlands dar. Angesichts einer sehr dynamischen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, medialen, politischen und auch sportlichen Entwicklung steht der DOSB vor einer Vielzahl von großen Herausforderungen, die alle seine Tätigkeitsbereiche vom Kinder- und Jugendsport, dem Freizeit- und Gesundheitssport, über den Schulsport und Wettkampfsport bis hin zum Leistungssport. Damit der DOSB gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen, und hierbei insbesondere den Landesverbänden und den Spitzenverbänden der Sportarten diesen Herausforderungen gerecht werden kann, muss er stets ein sehr umfassendes und detailliertes Bild vom Zustand der Sportorganisation in all ihren Gliederungen besitzen. Mit dem vorliegenden Ergebnis der Befragung der Mitgliedsvereine - einem der zentralen Elemente des deutschen Sportsystems - liegt eine sehr umfassende Darstellung vor, die nochmals differenziert nach der aktuellen Situation in den verschiedenen Bundesländern präsentiert wird. Darin werden aktuelle Befunde zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten der Sportentwicklung allgemein, wie der Vereinsentwicklung im Speziellen vorgestellt, die den Verantwortlichen innerhalb der Sportorganisation Hinweise und Argumente für notwendige Entwicklungsrichtungen und -schritte geben können, wie sie auch der Sportpolitik und der öffentlichen Sportverwaltung Handreichungen in der Vorbereitung von Entscheidungen liefern können.
So wird ein Thema wie Vereinsentwicklung und Talentförderung genauso untersucht wie die Konsequenzen, die sich für die Sportvereine aus dem bereits begonnenen demographischen Wandel ergeben. Die finanzielle bzw. wirtschaftliche Situation der Vereine wurde ebenso hinterfragt und analysiert wie die Ausstattung mit Sportanlagen und das Zusammenspiel zwischen Sportvereinen und kommunaler Verwaltung. Letztlich wurde der Frage nachgegangen, wie sich das ehrenamtliche, bürgerschaftliche Engagement in Sportvereinen entwickelt. Ausgehend von den Erhebungsbefunden formulieren die Verfasser Handlungsempfehlungen sowohl für die Förderung der Sportorganisation durch Staat und Politik mittels direkter Zuwendungen, steuerlicher Vorteile oder die kostengünstige Nutzung öffentlicher Sportanlagen, für die Motivation des Zusammenspiels des DOSB mit anderen "Akteuren des Gemeinwohls", für die Erhaltung und Förderung des ehrenamtlichen Sportengagements wie auch zur Verbesserung der Trainingsbedingungen von Nachwuchsleistungssportlern - Letzteres wird als eine Aufgabe betrachtet, die gemeinsam von Staat und Sportorganisation zu bewältigen sein wird. Für das Feld des organisierten Sports selbst sehen die Autoren Handlungsbedarf in der Optimierung der Beratungs- und Unterstützungsleistungen des DOSB und der Landessportbünde für die Sportvereine. Hier gilt es außerdem, das Wissen über die Folgen des demographischen Wandels in den Sportvereinen zu verbessern, das Bewusstsein dafür zu entwickeln und über neue, attraktive Sportangebote nachzudenken. Die verstärkte Einbeziehung von Jugendlichen scheint hier ein wichtiger Schritt werden zu können.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften Theorie und gesellschaftliche Grundlagen |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Sportverlag Strauß
2007
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| Schriftenreihe: | Wissenschaftliche Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, 2007, 2 |
| Seiten: | 694 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |