Alle Kräfte ins Gleichgewicht! Sensomotorisches Training für Leistungsentwicklung und Prävention
Die erste zu beantwortende Frage, wenn man dieses kompakte Buch in die Hand nimmt, lautet für viele sicherlich: Was versteht der Autor genau unter sensomotorischem Training? Die Antwort von Klaus Oltmans lautet: Es ist das Training der Steuerung und Kontrolle von Bewegungen auf der Grundlage von Sinnesrückmeldungen. Diese können sehr vielfältig sind, können auf dem Sehen oder Hören genauso basieren wie auf dem Tastsinn, wie sie auch auf Wahrnehmungen des Vestibularapparats im Innenohr oder den Propriorezptoren an den Muskeln, Sehnen und Gelenken beruhen können, von denen der Trainierende Informationen zum Gleichgewicht, zur Beschleunigung, zu inneren und äußeren Kräften oder Spannungen erhalten kann. Es zeigt sich schon hier ein recht komplexes Bild dessen, was mit sensomotorischem Training erreicht werden kann und soll. Hinzu kommt aber noch, dass es nicht unwesentlich auch um das Training der Sensoren und der Wahrnehmungsfähigkeit während des Bewegungsablaufs geht, und wenn es primär um die Schulung der Propriozeptoren geht, diese mit speziellen Übungen im Rahmen des propriozeptiven Trainings angesprochen werden sollen. Eine besondere Bedeutung können diese Trainingsübungen auch für das Krafttraining erlangen, da belegt ist, dass mit ihnen eine signifikante Verbesserung der Kraftfähigkeiten (insbesondere Schnell- und Explosivkraft) erreicht werden kann.
In Klaus Oltmans Buch werden sowohl sensomotorische als auch propriozeptive Trainingsformen thematisiert. Dazu hat er 30 Grundübungen ausgewählt, die je nach Leistungsniveau und Alter der Trainierenden auch sehr gut variiert und mit ansteigendem bzw. wechselndem Schwierigkeitsgrad genutzt werden können. So finden sich Übungen, die sowohl für Anfänger, Fortgeschrittene und Leistungssportler genauso zu verwenden sind wie für die Jüngsten ab 6 Jahre bis zu den "älteren" Sportlern von 15-18 Jahren. Gerade die Zuordnung zu vier unterschiedlichen Altersbereichen im Kindes- und Jugendalter unterstreicht auch die Bedeutung des sensomotorischen Trainings gerade in den Phasen des grundlagen-, Aufbaus- und Anschlusstrainings, ohne dass dieses Training dann im Leistungs- und Hochleistungssport seine Bedeutung verliert. Ausgewählt und vorgestellt werden Übungen, die ohne jegliche Hilfsmittel und im Freien wie in der Halle durchgeführt werden können (z.B. das "Einfrieren" von Bewegungen oder das Aufspringen), es gibt Partnerübungen (wie Huckepack-Variationen) und Übungen mit einfachen Hilfsgeräten wie (Pezzi)Bällen, (Thera)Bändern oder kleinen Weichmatten. Insgesamt zeichnet sich ein Bild von Trainingsübungen ab, die sehr vielseitig sind, die den Sportlerinnen und Sportlern auch viel Spaß machen können, die im Schwierigkeitsgrad gut zu variieren und mit eigenen Ideen weiterzuentwickeln sind und die einfach in jegliche Trainingseinheit einzubauen sind.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Münster
Philippka Sportverlag
2007
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| Ausgabe: | Münster: Philippka, 2007. - 63 S. |
| Schriftenreihe: | Philippka Training |
| Seiten: | 63 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |