Ökonomie Olympischer Spiele
Mit den 1984 in Los Angeles organisierten Olympischen Sommerspielen, die erstmals einen finanziellen Gewinn für die Organisatoren erbrachten, wurde eine neue Ära im Verhältnis zwischen Ökonomie und olympischem Gedanken eingeläutet. Es zeigte sich, dass eine derartige Großveranstaltung nicht ein Geldfass ohne Boden sein musste, das die lokalen Organisatoren über viele Jahre verschuldete, wie sooft in den Jahrzehnten zuvor, sondern dass die olympische Idee vermarktbar war (bzw. die von und mit ihr lebenden internationalen Wettkämpfe) und sich zunehmend ein Markt für solche sportliche Events entwickelte, der auch ein finanziell positives Abschlussergebnis zuließ. Die zunehmende Zahl von Bewerberstädten um die Ausrichtung Olympischer Winter- wie Sommerspiele widerspiegelt diese neue ökonomische Situation, da einer der entscheidenden Risikofaktoren (tief rote Zahlen in der Schlussrechnung) inzwischen offensichtlich nicht mehr existent ist. Auch deutsche Städte und das NOK für Deutschland gehören seitdem recht regelmäßig zu den Bewerberstädten und -ländern. Insofern ist es wichtig und nachvollziehbar, dass sich Sportökonomen auch den Fragenkomplexen zuwenden, die mit der Vorbereitung, Durchführung und nachhaltigen Nutzung der "Legacy" olympischer Spiele befassen. Mit den, in diesem Band vorliegenden sieben Beiträgen seiner Leipziger Tagung vom April 2004, hat sich der Arbeitskreis Sportökonomie e.V. sehr intensiv mit ökonomischen Problemfeldern der Austragung Olympischer Spiele befasst. Wissenschaftlichen und praktischen Fragestellungen zur Finanzierung, Budgetierung, zu olympischen Investitionen, zu Vermarktungsproblemen, tourismuswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Effekten wird intensiv nachgegangen. Verdeutlicht werden in den Beiträgen die enge Verknüpfung von Kommerzialisierung und Idealisierung der Olympischen Idee und die sich ergebenden Problemfelder, um nicht zu Dysbalancen zu gelangen. Deutlich wird auch der Modellcharakter der Olympischen Spiele, wenn es darum geht sportliche und/oder kulturelle Mega-Veranstaltungen im internationalen Maßstab hinsichtlich ihrer ökonomischen Grundlagen und Auswirkungen zu verstehen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Sportgeschichte und Sportpolitik Theorie und gesellschaftliche Grundlagen |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2006
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| Ausgabe: | Schorndorf: Hofmann, 2006. - 148 S. |
| Schriftenreihe: | Sportökonomie, 7 |
| Seiten: | 148 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |