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Transnationale Sportpolitik. Analyse und Steuerungsansatz sportpolitischer Interaktionen

Die Frage nach den Wechselbeziehungen zwischen Sport und Politik rückt in regelmäßigen Abständen in den Focus nationalen und internationalen Interesses. Dabei sind es sowohl politische Ereignisse, die diese Frage provozieren, als auch sportliche, in der Mehrzahl der Fälle große internationale, Sportveranstaltungen, in deren zeitlicher Nähe eine thematische Verknüpfung hergestellt wird. Eine der Besonderheiten des Sports, nämlich als Träger von politischen, wirtschaftlichen, medialen oder anderen Interessen eine sehr große Öffentlichkeit erreichen zu können, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Außerdem ist der Sport an sich in den letzten Jahrzehnten auch zu einem Gesellschaftsbereich außerordentlich großen Ausmaßes und mit vielen unterschiedlichen Facetten geworden, weshalb er von Fremdinteressen allein schon deshalb nicht unbeachtet bleiben kann und bleibt. Im Rahmen seiner an der Deutschen Sporthochschule Köln erfolgreich verteidigten Dissertationsschrift wendet sich der Autor diesem interessanten Thema aus der Sicht einer transnationalen Sportpolitik zu. Ihm gelingt es an Hand prägnanter Beispiele, die Interessen und das Wirken unterschiedlicher Interessensvertreter im Spannungsfeld zwischen Politik, Wirtschaft, Medien und Sport zu verdeutlichen und daraus sein begriffliches Verständnis von Sportpolitik zu entwickeln. Dabei zeigt sich an verschiedenen Stellen, dass die Symbiose zwischen Sport und Politik natürlich eine Vielzahl nationaler Aspekte aufweist, aber immer mehr in das internationale Rampenlicht gerückt wurde. Die politischen wie auch die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre haben diese erweiterte Perspektive nahezu herausgefordert und deren Entwicklung mit großer Dynamik versehen. So ist das Modell der transnationalen Sportpolitik, verstanden als grenzüberschreitende Interaktion zwischen Akteuren der transnationalen Gesellschaft des Sports und unter zeitweiliger aktiver bzw. passiver Hinzuziehung von Akteuren aus der Politik, Wirtschaft und dem Medienbereich, eine Widerspiegelung der Entwicklung eines sehr engmaschigen internationalen Netzwerkes. Ziel der Interaktionen kann dabei die Gestaltung des Sports, aber auch seine Instrumentalisierung sein. Diese beiden Dimensionen prägen auch die transnationale Sportpolitik. In der Weiterführung der Diskussion zum Begriff der Sportpolitik werden von M. Groll auch Möglichkeiten der aktiven und kompetenten Beeinflussung dieser sportpolitischen Prozesse durch die Institutionen und Akteure des Sports dargestellt. Dies erscheint ihm auch zwingend notwendig, wenn der Sport die Potenziale der Interaktionen mit den anderen Akteuren im Rahmen globaler Sportpolitiknetzwerke für seine Weiterentwicklung nutzen will.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sportgeschichte und Sportpolitik
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen Meyer & Meyer 2005
Ausgabe:Aachen: Meyer & Meyer, 2005.- 249 S.
Schriftenreihe:Sportforum, 14
Online-Zugang:https://www.amazon.de/s?k=Transnationale%20Sportpolitik%20sportforum
Seiten:249
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch