Einfluss der koordinativen Leistungsfähigkeit und des Übens auf das Fertigkeitslernen turnspezifischer Elemente

Die Koordination unter der fähigkeitsorientierten Betrachtungsweise befasst sich mit dem Beschreiben und Erklären von individuellen Unterschieden (Roth, 1999, S. 228). Dabei kann die Koordination in zwei Dimensionen unterteilt werden, die Koordination unter Zeitdruck und die Koordination unter Präzisionsdruck (Roth, 1982). Motorische Koordination ist integraler Aspekt der Steuerung und Kontrolle menschlicher Bewegungen und steht in einem engen Zusammenhang zu der Frage, wie Bewegungen gelernt werden (Birklbauer, 2006). So wird der koordinativen Leis­tungsfähigkeit u. a. eine "entscheidende Einflussgröße auf das motorische Lernen" (Hirtz, 1994) zugeschrieben. Die Auffassung von u. a. Willimczik, Meierarend, Pollmann und Reckweg, wonach "die motorische Lernfähigkeit von der Höhe der ko­ordinativen Fähigkeiten abhängig ist" (1999), ist in der Motorikforschung weit verbreitet. Williams, lrwin, Kerwin, Hamill, Van Emmerik und Newell (2016) untersuchten das Lernen eines gestreckten Umschwungs am Reck von Turnern*innen und gingen der Frage nach, worin sich erfolgreiche von nicht erfolgreichen Lernenden unterscheiden. Die Autoren fanden Hinweise, dass sich die lernenden bzgl. ihrer intermuskulären Koordination unterschieden. Dies führte zu der Annahme, dass die Koordination für das Erlernen turnspezifischer Elemente eine bedeutende Rolle darstellt. Kioumourtzoglou, Derri, Mertzanidou und Tzetzis (1997) fanden heraus, dass sich Profiathletinnen aus dem Bereich der rhythmischen Sportgymnastik von gleichaltrigen nicht-Athletinnen bezogen auf die koordinative Leistungsfähigkeit signifikant unterscheiden. Weiterhin stellen die Autoren fest, dass die älteren Profiathletinnen (13 -15 Jahre) signifikant höhere Koordinationsleistungen aufweisen als die jünge­ren Profiathletinnen (9-10 Jahre). Kioumourtzoglou und Kollegen (1997) vermuten, dass die Sport-/Bewegungserfahrung der älteren Profiathletinnen diese zu einer höheren koordinativen Leistungsfähigkeit befähigt. Daraus, könnte geschlussfolgert werden, die Koordination als Talentkriterium im Bereich des Turnens einzusetzen (di Cagno et al., 2014). Neben der Koordination begünstigt das Üben einer Bewegungsaufgabe ebenfalls das motorische Lernen (Daugs, 1993). Ziel der Studie ist es, den Einfluss der Koordination und des Übens auf das Erlernen technisch-kompositorischer Elemente aus den Bereichen Turnen und Trampolin zu untersuchen.
© Copyright 2019 Turnen trainieren und vermitteln. 10. Jahrestagung der dvs-Kommission Gerätturnen vom 3. - 5. September 2018 in Göttingen. Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft technische Sportarten
Veröffentlicht in:Turnen trainieren und vermitteln. 10. Jahrestagung der dvs-Kommission Gerätturnen vom 3. - 5. September 2018 in Göttingen
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Feldhaus, Ed. Czwalina 2019
Schriftenreihe:Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 287
Online-Zugang:https://www.feldhaus-verlag.de/sportwissenschaft/sportarten/weitere/1452/turnen-trainieren-und-vermitteln
Seiten:144-149
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch