Der Einfluss neuromodulatorischer Vor- und Nachaktivierung auf motorische Lernprozesse im Gerätturnen
(The influence of neuromodulatory pre- and post-activation on motor learning processes in apparatus gymnastics)
Die Autoren forschen zum Einfluss neuromodulatorischer Vor- und Nachaktivierung auf motorische Lernprozesse im Gerätturnen. Am Beispiel von Salto vorwärts - Verbindungen prüfen sie die Auswirkungen auf die Verbesserung verschiedener Körperwinkel in der Landephase und finden positive Auswirkungen der Nachaktivierung. Das Ziel der Untersuchung war, den positiven Effekt eines submaximalen Aktivierungsprogrammes, welches als Voraktivierung oder in der Konsolidierungsphase einer Trainingseinheit zur Anwendung kam, sowohl auf die Ausführungsqualität einer motorischen Lernaufgabe als auch auf die Lern- und Behaltensleistung nachzuweisen. Die Annahme, dass die Turnerinnen, die das submaximale Aktivierungsprogramm absolvierten, im Soll-Istwert-Vergleich (Position Landung) signifikant besser abschneiden, als die Turnerinnen, bei denen das Programm nicht zur Anwendung kam, konnte nur für die Untersuchung zur Optimierung der Konsolidierungsphase bestätigt werden. Für die Landeposition lässt sich die Ausführungsqualität für alle untersuchten Körperwinkel als signifikant besser kennzeichnen , wenn das submaximale Aktivierungsprogramm absolviert wurde. In diesem Zusammenhang ist jedoch zu vermerken, dass sich alle Körperwinkel weit weg vom technischen Optimum befinden. Der Vergleich des Sollwertes mit dem Istwert zeigt für den Schulterwinkel eine Differenz von
18,55°, für den Kniewinkel eine Differenz von 22,00° und für den Hüftwinkel eine Differenz von 30,05° zum technischen Leitbild auf. Fehlende Bewegungserfahrung mit akrobatischen Vorwärtsverbindungen und mangelnde technische Qualität der vorangegangen Positionen könnten hierfür ursächlich sein. Auch ein fehlerhafter Rotationswinkel kann die Winkelwerte in den Schlüsselpositionen des Salto vorwärts negativ beeinflussen. Eine Auswertung der Drehpositionen und eine Untersuchung ihres Einflusses auf die Winkelwerte der Positionen Absprung, engste Hocke, Öffnen und Landung sind vorgesehen. Die Hypothese des Lernzuwachses von Trainingseinheit zu Trainingseinheit kann für den Mesozyklus mit SAP in der Konsolidierungsphase für zwei von drei untersuchten
Körperwinkeln , für den Mesozyklus mit SAP als Voraktivierung jedoch nicht, verifiziert werden. Es ist davon auszugehen, dass der Untersuchungszeitraum von drei Wochen für die Komplexität der motorischen Lernaufgabe nicht ausreichend war. Um eine sichere Aussage über die Effektivität der Aktivierungsstrategien und über den Anwendungszeitpunkt in der Trainingseinheit geben zu können, ist eine Analyse der Entwicklungsverläufe aller Turnerinnen zu allen drei Winkelwerten aller Positionen notwendig.
© Copyright 2017 Vielfalt und Vernetzung im Turnen. Jahrestagung der dvs-Kommission Gerätturnen vom 5.-7. September 2016 in Augsburg. Published by Feldhaus, Ed. Czwalina. All rights reserved.
| Subjects: | |
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| Notations: | technical sports technical and natural sciences |
| Published in: | Vielfalt und Vernetzung im Turnen. Jahrestagung der dvs-Kommission Gerätturnen vom 5.-7. September 2016 in Augsburg |
| Language: | German |
| Published: |
Hamburg
Feldhaus, Ed. Czwalina
2017
|
| Series: | Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 264 |
| Online Access: | https://www.feldhausverlag.de/shop/EDITION-CZWALINA-Sportwissenschaft/Schriften-der-Deutschen-Vereinigung-fuer-Sportwissenschaft/Vielfalt-und-Vernetzung-im-Turnen::3221.html |
| Pages: | 41-48 |
| Document types: | book |
| Level: | advanced |