"Der Rhönradellenbogen" - Erstbeschreibung eines häufigen Überlastungssyndroms

Hintergrund: Medizinische Veröffentlichungen über Überlastungsschäden des Ellenbogens im Rhönradturnen sind nicht bekannt. Ziel der Arbeit ist die Beschreibung eines häufigen rhönradspezifischen Überlastungssyndroms des Ellenbogens. Methodik: Eine Internetrecherche und eine Befragung von 260 Rhönradturnern, welche das Ellenbogen belastende "Röllchen"-Element turnen, wurden durchgeführt. Ergebnisse: 60,4 % der Turner klagten über Veränderungen des Ellenbogens. Die Schmerzintensität der Ellenbogenregion beim Turnen lag bei 1,51 von 10 Schmerzpunkten. Offene Hautverletzungen traten in 33,1 %, Hämatome zu 68,7 % und ein Haarverlust in 11,7 % auf. 11,5 % Sportler beschrieben eine vor dem Turnen von Röllchen nicht dagewesene Verdickung und 5,8 % einen Muldung der Region der proximalen Ulna. Die Schmerzen in der Gruppe mit Schutzausrüstung zeigten sich signifikant höher als in der Gruppe ohne Schutzausrüstung. Diskussion: Beim "Rhönradellenbogen" handelt es sich um ein rhönradspezifisches Überlastungssyndrom des wenig weichteilgepolsterten proximalen Unterarms, welches durch direkten Kontakt und Reibung zu den Sprossen beim "Röllchen"-Turnen entsteht. Hierzu gehören Schürfungen, Hämatome, Verdickungen und Muldungen im Bereich der proximalen Ulna bei nur gering ausgeprägter Schmerzsymptomatik. Schlussfolgerung: Eine frühzeitige Aufklärung über ein prophylaktisches Tragen von Schutzausrüstung beim "Röllchen"-Training kann möglicherweise das Syndrom des"Rhönradellenbogens" abschwächen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin technische Sportarten
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2011
Online-Zugang:http://doi.org/10.1055/s-0029-1245841
Jahrgang:25
Heft:2
Seiten:103-107
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch