Kinematic characteristics of impact absorption during landings of multi-revolution jumps in figure skating

(Kinematische Merkmale der Absorption der Landebelastung bei Sprüngen mit Mehrfachdrehungen im Eiskunstlauf)

Anliegen der Untersuchung war es herauszufinden, sowohl vom biomechanischen als auch vom technischen Standpunkt aus, wie die verschiedenen Körperteile zusammenwirken, welche Zwänge auf den Eiskunstläufer einwirken und welche Sportsliche Technik die Läufer bei weichen bzw. harten landungen einsetzten. Drei männliche Eiskunstläufer der nationalen Leistungsklasse beteiligten sich als Probanden an der Untersuchung. Sie hatten ein Alter von 16 bis 26 Jahrem wogen 48.5 bis 89.5 kg und waren 160 bis 188 cm groß. Sie absolvierten mehrere Sprünge mit einer oder mehreren Drehungen. Die Läufer wurden mit vier Videokameras, die im Winkel von 90° zueinander aufgestellt waren und die mittels eines visuellen Signals synchronisiert wurden, aufgenommen. Von jedem Sprung wurden dann vier Ansichten manuell mit einem Ariel Performance Analysis System digitalisiert. Für 15 Segmentendpunkte wurden mit einer direkten linearen Transformation dreidimensionale Koordinaten berechnet und danach geglätted. Die Komplexität der technischen Fertigkeit der Landung erforderte die Isolierung von Komponentenvariablen, deren Beitrag zur Landungshärte berechnet wurde. Deswegen wurden auch Fußgelenks-, Knie- und Hüftbeugung für einen Vergleich herangezogen. Die individuellen daten zeigten, daß vergleichbare Leistungsstrategien zur Schockabsorption von allen untersuchten Eiskunstläufern eingesetzt wurden. Die maximale Knie- und Hüftbeugung nahm mit der Komplexität der Sprünge zu, wobei die Fußgelenksflexion abnahm (siehe Abb. 1). Das Schockwellenmuster der Flexion von den distalen zu den proximalen Gelenken, was normal als ein Ergebnis der Landung auftritt, zeigte sich bei den Sprüngen mit einer Drehung. Bei den Sprüngen mit mehreren Drehungen auf dem Eis trat es aber nicht auf. Der maximalen Fußgelenksflexion ging eine Flexion sowohl der Knie- als auch des Hüftgelenks bei Sprüngen mit höherer Landungswucht voraus. Das Ergebnis früherer Untersuchungen, daß verschiedene Faktoren die Impactkräfte mit hoher Frequenz (schockartige) beeinflussen wurde bestätigt. Die folgenden Faktoren gehören dazu: kinematische Position, Ausrüstung und Landeoberfläche. Dies wird auch in den verschiedenen Vollzugsstrategien der Sportsler deutlich, mit denen diese versuchen, den Impact abzuschwächen. Positonsdaten demonstrierten, daß der Körper, wenn er einem größeren Impact ausgesetzt wird, seinen Grad der Flexion der unteren Extremitäten steigert, wobei die Flexion im Fußgelenk eine Ausnahme bildet. Die Stabilität des Eislaufschuh scheint einen mechanischen Block für eine stärkere Fußgelenksflexion darzustellen. Allerdings wirkt er auch als eine Art Unterbrechung für den normalen Ablauf der Schockabsorption. Die Ergebnisse führten zur Empfehlung, ein Training der Schockabsorption einzuführen, was vor dem erlernen der eigentlichen Technik von Sprüngen mit Mehrfachdrehungen liegen sollte.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik technische Sportarten
Veröffentlicht in:ISBS - Conference Proceedings Archive (Konstanz)
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1995
Ausgabe:Thunder Bay: Lakehead University (Hrsg.), 1996.- S. 236 - 239: 1 Abb., 8 Lit.
Dokumentenarten:Kongressband, Tagungsbericht
Level:hoch mittel