1905

Akrobatik. Training, Technik, Inszenierung

Die Gleichgewichtsfähigkeit ist eine der koordinativen Fähigkeiten, die die Menschen ihr ganzes Leben sehr intensiv begleitet. Im Verlauf des Altersgangs des Menschen wird sie schrittweise erlernt und weiterentwickelt, teilweise perfektioniert, um dann in späteren Jahren alle Bemühungen darauf zu richten, sie so gut wie möglich zu erhalten. Die Gleichgewichtsfähigkeit spielt aber auch in einer Vielzahl von Sportarten eine wesentliche Rolle, beispielsweise wenn es in den technisch-kompositorischen Sportarten darum geht, den Körper in einer bestimmten Position zu halten oder in eine solche zu bringen oder wenn in Zweikampf- oder Spielsportarten versucht wird, den sportlichen Opponenten aus dem Gleichgewicht zu bringen. In der Sportart, die den Kern des Buchs von Michael Blume bildet, geht es von Anfang an um Gleichgewicht, und um das Zusammenspiel mit Kraft, Geschicklichkeit, Körpergefühl, Körperhaltung und Beweglichkeit. In der Equilibristik werden im Rahmen einer Choreographie aus mehreren menschlichen Körpern Figuren entwickelt. Auch wenn sich die Bewegungen der verschiedenen Beteiligten sehr stark von einander unterscheiden, so streben sie doch letztlich alle auf ein gemeinsames Ziel hin: Auf eine menschliche Pyramide oder ein faszinierendes, aus Menschen bestehendes Bild, das einem Bauwerk gleicht. Hier gibt es eine schier unendliche Zahl von Varianten, der eigenen Kreativität scheinen kaum Grenzen gesetzt. Und doch gibt es diese Grenzen, die aus anatomischen, biomechanischen und trainingswissenschaftlichen Gesetzen resultieren. Will man bis an deren Grenzen gehen und die verschiedenen Elemente der Akrobatik gekonnt zu einem künstlerischen und sportlichen Ganzen zusammenfügen, muss man über entsprechend solides Wissen verfügen. Hier bietet das bereits in seiner 5. Auflage erscheinende Buch ein sehr umfassendes Angebot, das mit dem notwendigen Grundwissen beginnt. So werden Kenntnisse zum motorischen Lernprozess und zur Entwicklung von Bewegungsvorstellungen vermittelt. Daran schließen sich grundlegende Themen der Belastung und Belastbarkeit von Gelenken an. Der Praxisteil des Buchs umfasst sowohl die Standardbasistechniken (wie Heben und Stemmen inklusive mehrerer Variationen) von den verschiedenen Griffen über den Stuhl und den Flieger bis zum Schulterstand und dem Übereinanderstehen. Werden die gut beherrscht, kann schrittweise mit dem Pyramidenbau begonnen werden. Vorgestellt werden sowohl Flächen- und Bankpyramiden als auch Galions- und Kreis- sowie eine Kreuzpyramide. Zur Equilibristik gehört aber auch, die verschiedenen Phasen des Baus künstlerisch-ästhetisch zu inszenieren. Hier gilt es zu komponieren, zu experimentieren und gegebenenfalls auch zu improvisieren, wenn es die Situation erfordert. Dafür liefert der Autor Ideen und Vorschläge, mit denen der Gestaltungsprozess inhaltlich, strukturell und organisatorisch sehr gut entwickelt werden kann. Der Aufbau des Buchs mit einer gelungene Mischung aus Textbeiträgen und fotografischer Illustration erleichtert und unterstützt die Umsetzung der verschiedenen Elemente der Equilibristik im Training und Wettkampf. Inhalt 1 Die Elemente der Akrobatik Gleichgewichtsfähigkeit Kraft Beweglichkeit Körpergefühl Haltung Körperspannung Vertrauen 2 Trainingsgrundlagen Aufwärmen Zum Aufbau eines Aufwärmprogramms Techniktraining Techniklernen Zur Bewegungsvorstellung Der motorische Lernprozess Einige Hinweise zur Gestaltung des Techniktrainings Belastungen der Gelenke Belastungen der Wirbelsäule Richtiges Heben Richtiges Tragen Schlussfolgerungen Belastungen der Handgelenke Helfen und Sichern 3 Techniken und Figuren der Akrobatik Solotechniken Partnerübungen zur Balance Partnerübungen zur Körperspannung Basistechniken Begriffserläuterungen Griffe Der Stuhl Der Flieger Der Schulterstand Das Übereinanderstehen Variationen der Basistechniken Variationen des Stuhls Variationen des Fliegers Variationen des Schulterstands Variationen des Übereinanderstehens Clowneske Techniken Verschiedene Hebefiguren Pyramiden- und Menschenbilderbau Grundsätzliches zum Bau von Pyramiden und Menschenbildern Die Flächenpyramiden Die Bankpyramiden Die Galionspyramiden Die Kreispyramide Ein Beispiel für eine Kreuzpyramide Menschenbilderbau 4 Inszenierung Zur Darstellung Die ästhetische Darstellung Die clowneske Darstellung Das Bewegungstheater Tanz und Akrobatik Zur Gestaltung Die Gestaltungsprozesse Gestalten einer Bewegungskomposition Gestalten durch Experimentieren Gestalten durch Improvisieren Schlusswort Anhang Alphabetisches Verzeichnis der einzelnen Figuren, Pyramiden und Menschenbilder Literatur
© Copyright 2010 Veröffentlicht von Meyer & Meyer. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:technische Sportarten Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen Meyer & Meyer 2010
Ausgabe:Aachen: Meyer & Meyer, 5., überarb. Aufl., 2010.- 212 S.
Online-Zugang:https://www.amazon.de/s?k=Akrobatik.%20Training,%20Technik,%20Inszenierung
Seiten:212
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel