Pflichten des Sportlers im Arbeitsverhältnis. Zugleich ein Beitrag zur Vertragsgestaltung durch Vereine und Berufssportler

Die Arbeitsverhältnisse, die Profisportler mit ihren Vereinen (diesen zugeordneten GmBHs) oder anderen Trägern eingehen, unterscheiden sich teilweise deutlich von denen, die in vielen anderen Berufszweigen typisch sind. Dies trifft insbesondere auf den Grad der Verpflichtung der Sportler zur Leistungserbringung sowie den Weisungsbefugnissen ihnen gegenüber zu. Und in der Folge können sich aus diesen Konstrukten, die oftmals das Ergebnis der Mehrfachzuordnung des Arbeitgebers sowohl zu arbeitsrechtlichen Regeln im nationalen Rahmen als auch zu den Regelungen der Sportverbänden auf nationaler sowie internationaler Ebene sind, wesentliche Konsequenzen für die Ausübung des Berufs durch den Profisportler - Stichwort Nichtnominierung für Wettkämpfe - wie auch für seine aktuelle Bezahlung - Stichwort Pflichtverletzung und Vertragsstrafen - ergeben. In der vorliegenden Schrift, die 2003/2004 erfolgreich an der Juristischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn als Dissertation angenommen wurde, befasst sich der Autor sehr eingehend und umfassend mit der aktuellen Situation der Arbeitsverhältnisse von Sportlern. Dazu analysiert er die Abhängigkeitssituation der Sportler insbesondere in Teamsportarten und die besondere Situation, wenn ein Vereinsmitglied gleichzeitig als Arbeitnehmer des Vereins angestellt ist. Daran schließt sich die Darstellung der aktuellen, in vielen Arbeitsverträgen formulierten Pflichten der Sportler gegenüber seinem Arbeitgeber und das in diesem Rahmen angesiedelte Direktionsrecht von Funktionären, Managern und/oder Trainern sowie medizinischem Fachpersonal dem Sportler gegenüber an. Hier wird mehrfach deutlich gemacht, dass eine Veränderung gegenwärtiger Standardverträge angesagt erscheint, um die legitimen Rechte und Ansprüche beider Vertragspartner entsprechend zu würdigen. In diesem Zusammenhang erscheint auch ein Nachdenken über die Nebenleistungspflichten der Sportler wichtig (Einschränkung des Rechts auf freie Arztwahl, Verbot gefährlicher Freizeitaktivitäten, Untersagung von Eigenwerbung im Rahmen der Nutzung der Persönlichkeitsrechte etc.). Letztlich werden Vertragsverletzungen durch den Sportler und sich daraus ergebende Folgen für ihn thematisiert. Auch hier werden Defizite deutlich, die sich in vielen Fällen einseitig zu Ungunsten des Sportlers auswirken. Basierend auf dieser umfassenden Analyse des Ist-Standes entwickelt der Autor einen neuen Mustervertrag, der versucht, den aufgezeigten Problembereichen gerecht zu werden. Die Grundlagen dafür findet er im geltenden Arbeitsrecht, das den Besonderheiten des Vertragsverhältnisses sehr wohl gerecht werden kann. Gefordert ist aber ein Umdenken in den Vereinen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vereinsführung und Trainern auf der einen Seite und Sportlern auf der anderen Seite zu gestalten. Das wird aber nur durch den Verzicht auf intransparente Generalklauseln und unangemessen weite Bestimmungen zur Lenkung des Arbeitnehmerverhältnisses erfolgen können.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Baden-Baden Nomos 2004
Ausgabe:Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 2004.- 317 S.
Schriftenreihe:Arbeits- und Sozialrecht, 87
Seiten:317
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch