Wenn der Kopf in die Knie geht. Analyse von Rehabilitationsverläufen nach Kreuzbandrekonstruktionen
Verletzungen des vorderen Kreuzbandes gehören zu den gravierensten, die es für Sportler gibt. Sie sind damit verbunden, dass die Betroffenen durch Operation und Rehabilitationsmaßnahmen für eine längere Zeit, mehrere Monate, nicht mehr in gewohnter Weise ihren sportlichen Aktivitäten nachgehen können. Trotz spürbarer Fortschritte in der Rehabilitation nach Kreuzbandverletzungen erreichen viele Sportler in den objektiven Parametern nicht wieder den prä-traumatischen Zustand. Das Anliegen der Arbeit von M. Rebel ist es, nach Erklärungen zu suchen, warum trotz vergleichbarer Operationstechnik und einem standardisierten, individuell spezifischen angepassten Rehabilitationsprogramm der Genesungsverlauf nach dieser Verletzung so unterschiedlich verläuft und auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Im Ergebnis sollten Einflussfaktoren ermittelt werden, die für die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Knies von entscheidender Bedeutung sind. Für die Erklärung der Ergebnisse wurden verschiedene Variable untersucht, die aus den Bereichen der situativen und habituellen Persönlichkeitsfaktoren stammen wie auch der Kognitionen, Emotionen und Verhaltensweisen.
Den einleitenden Teil der Arbeit stellt eine umfassende Literaturstudie dar, die sich sowohl mit aktuellen Forschungsergebnissen zur operativen Versorgung von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes, mit ihren physiologischen Folgen und der Rehabilitation befasst als auch mit Ressourcen zur Bewältigung der Verletzung (Stressverarbeitung, Schmerzwahrnehmung, selbst- und umweltbezogene Kognitionen, emotionale Belastungsreaktionen etc.).
An der Untersuchung selbst beteiligten sich 30 Probanden, die eine solche Verletzung erlitten hatten. Mit Hilfe von Interviews und Fragebogen wurden Zustände zu verschiedenen Zeitpunkten der Rehabilitation und die inzwischen erfolgten Behandlungsschritte erfasst. Daraus wurden sowohl typische Rehabilitationsverläufe (von progressiv und erfolgreich bis stagnierend und erfolglos) und Erklärungsansätze zu den Verlaufstypen (von gelassen, selbstbewusst und konsequent bis unvernünftig, ungeduldig und frustriert) gebildet. Dabei wurde die Komplexität der Verletzungsfolgen und ihrer Bewältigung deutlich, die weit über das Physiologische hinausgehen und Fragen der Persönlichkeit wesentlich mit einbeziehen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Kovac
2004
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| Ausgabe: | Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2004.- 323 S. |
| Schriftenreihe: | Schriften zur Sportwissenschaft, 51 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |