Sport und Schmerz - ein sportpsychologischer Ansatz zur Schmerzforschung
Bei einer ersten, oberflächlichen Betrachtung wird das Phänomen des Schmerzes im Sport entweder mit ausgewählten, oftmals den Körperkontakt erfordernden Sportarten in Verbindung gebracht, oder aber mit Verletzungen und Schäden, die sich Sportler im Training oder Wettkampf zuziehen. Im vorliegenden Buch widmet sich die Autorin dem Schmerz im Sport aber aus psychologischer und kultureller Sicht. Damit werden Blickwinkel thematisiert, die insbesondere durch die Entwicklung sportlicher Interessen in den letzten Jahren an Bedeutung gewinnen. In einer sehr detaillierten Hinführung zu dem Thema stellt sie einleitend eine Kulturgeschichte des Schmerzes. Das führt zu einer Veranschaulichung unterschiedlicher Facetten des Schmerzes in der Entwicklung des Menschen, die sich nicht ausschließlich auf medizinische Fragen reduziert, sondern auch psychologische Betrachtungen zu Empfindungen, Emotionen und Erfahrungen einschließt. Dabei wird auch deutlich, dass das Verhältnis von Sport und Schmerz sehr wesentlich von der Position innerhalb des Sports abhängt, die der Einzelne einnimmt. So ist die Schmerzauffassung eines Leistungssportlers anders geprägt als die eines Sportstudenten oder die eines Menschen, bei dem Schmerzen Ausdruck tieferliegender Leiden oder seiner Suche nach Selbsterkenntnis ist. Davon leitet sich dann auch der Weg ab (die Coping-Strategie), wie mit dem Schmerz umgegangen wird.
Um dieses Thema detaillierter zu untersuchen wurden in einem zweiten schritt Interviews mit Leistungssportlern und Trainern durchgeführt, um deren Schmerzverständnis zu beleuchten wie auch ihren Umgang mit Schmerzen.
Im Anschluss daran wird Schmerz sehr detailliert unter psychologischen Gesichtspunkten analysiert. Dabei geht es um die im Sport sehr oft anzutreffende Frage der eigenen Identität sowohl sportlich als auch im gesellschaftlichen Umfeld. Ein sich aufbauender Druck, der letztlich auch zu Schmerzen führen kann, wird deutlich und als eine Ursache defniert, die zu schmerzhaften Konsequenzen führen kann (z.B. Magersucht). Abschließend werden unterschiedliche Deutungsansätze für Schmerzen im Sport angeboten:
- Schmerz als Ausdruck der Suche nach Grenzen
- Schmerz als individuelles Trauma
- Schmerz als Ausdruck der Realisierung des eigenen Ichs
- Schmerz als akzeptiertes Nebenprodukt - no pain, no gain
- Schmerz als Ausdruck für eine Beziehung
- Schmerz als Ausdruck von Kontakten mit anderen
- Sport und Schmerz als Ausdruck einer gesellschaftlichen Beziehung.
© Copyright 2004 Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Immenhausen
2004
|
| Ausgabe: | Immenhausen: Prolog Verlag, 2004.- 173 S. (Reihe Bewegungslehre und Bewegungsforschung, Bd. 21) |
| Schriftenreihe: | Reihe Bewegungslehre und Bewegungsforschung, 21 |
| Seiten: | 173 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |