Wiederholung und Gedächtnis. Repititio Mater Studorium. Kompetenz braucht Zeit. Überlernen, Frequenzlernen und Verhaltensfluss
Das Training des menschlichen Gedächtnisses hat zweifelsohne sehr viel mit der Wiederholung von Aufgaben zu tun. Dies gilt für verschiedene Bereiche wie zum Beispiel der Erlernung von Sprache und von Bewegungen. Eine vertiefende und festigende Wiederholung führt dabei zu einer Vergessensresistenz, die über viele Jahre oder gar Jahrzehnte anhalten kann.
Im vorliegenden Buch setzt sich der Autor mit dem Aspekt der Wiederholung beim Lernen kognitiver Inhalte oder dem motorischen Lernen auseinander. Basierend auf der Vorstellung lernpsychologischer Grundlagen und Erkenntnisse zum Überlernen und Frequenzlernen sowie einer sehr detaillierten Diskussion in der wissenschaftlichen Literatur präsentiert er empirische Befunde zum
- Überlernen verbaler Inhalte
- Überlernen feinmotorischer Aufgabenstellungen und
- Überlernen großmotorischer Aufgabenstellungen,
zieht W. Schädle-Schardt eine Reihe grundsätzlicher Schlussfolgerungen, die für die weitere Themenbearbeitung bedeutsam sind, wie z.B.:
- Überlernen unterstützt kurz- und langfristige Behaltensleistungen
- Aufgabenstellungen mit Störeinflüssen profitieren von umfangreicheren Lernmengen
- Präzision und Stabilität fordern umfangreicheres Lernen und Überlernen
- Bei schwierigen Aufgabenstellungen sind Wiederholungen bedeutungsvoll.
- Schneller Lernende profitieren mehr aus gleichen Lerngelegenheiten.
- Mit ansteigender Überlernmenge vermindert sich der relative Zugewinn im Behalten. Überlernen wird zunehmend unökonomisch.
- Ähnliche Behaltensleistungen sind durch 50 und 200 Prozent Überlernen zu erreichen (Schwerpunkt 100%).
- Optimierende Lern- und Überlernmengen schwanken individuell.
- Je früher das Überlernen stattfindet, desto höher ist das zu überlernende Wissen.
- Aufgabenstellungen mit umfangreichen Interferenzeinflüssen profitieren von umfangreicheren Überlernmengen (serielle Lernstrukturen).
In der Diskussion weiterführender Konzepte spielt das der Behavioral-Fluency eine wichtige Rolle. Darunter wird verstanden, eine einmal erworbene Kompetenz (zum Beispiel in der Bewegungsausführung) immer wieder - und das auch unter ungünstigen Bedingungen - erfolgreich abrufen zu können. Es wird ein Bezug zwischen Leistung und Verhaltensfluss hergestellt und untersucht, wie Überlernen (also Lernen jenseits der 100-Prozent-Schulung) auf Behalten, Ausdauer und Transfer wirkt.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Norderstedt
2002
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| Ausgabe: | Norderstedt: Books on Demand, 2002.- 208 S. |
| Seiten: | 208 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |