Die Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie auf die Sporttraumatologie
(The impact of the SARS-CoV-2 pandemic on sports traumatology)
Zur aktuellen Rolle der Sporttraumatologie (und Sportmedizin allgemein) im Kontext der Corona-Pandemie.
Heft 2 der Zeitschrift Sportorthopädie Sporttraumatologie ist traditionell eigentlich das "Kongressheft", da es nahezu parallel zum GOTS-Jahreskongress erscheint. Leider macht uns die Virus-Pandemie in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung, der Kongress wird verschoben.
Eine Folge war, dass nahezu alle großen Ligen unterbrochen oder abgebrochen wurden und auch der Vereinssport im Freizeit- und Breitensportbereich insbesondere für Kontaktsportarten nahezu zum Erliegen kam. Zwischenzeitlich waren in allen Bundesländern auch die öffentlichen Sportanlagen gesperrt. Für den Hochleistungssport gibt es auf Länderebene vereinzelte Ausnahmen, die allerdings immer mit Auflagen versehen sind. Auch Großereignisse wie die Fußballeuropameisterschaft oder die Olympischen Spiele - Hauptthemen unseres Jahreskongresses in Berlin - fielen der Pandemie zum Opfer. Für die betroffenen Athleten bedeutet die Verschiebung eines Großereignisses wie die Olympischen Spiele Veränderungen in der Trainingsplanung (veränderter WM-Olympiazyklus), in der Lebensplanung (z.B. erneute Verschiebung eines Studiums) und finanzielle Unsicherheiten (Wegfall von Sponsoren?) [8]. Auch Fragen hinsichtlich der erneuten Olympiaqualifikation müssen gestellt werden (sind 2021 wirklich die besten Athleten am Start?) [8]. Selbst für das nächste Jahr ist es fraglich, ob die Olympischen Spiele ohne einen wirksamen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 stattfinden können. Im Leistungssportbereich müssen ferner Wege gefunden werden, wie die Sportler auch während der Krise sicher trainieren können, um den Trainingszustand aufrecht zu erhalten (Tabelle 1: Ratschläge zum Verhalten von Sportlern während der SARS-CoV-2 Pandemie).
Aber auch im Breitensportbereich ist ein kompletter Verzicht auf körperliche Aktivität mit dem Ziel die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern, falsch. Maßnahmen wie die Verlagerung von Bürotätigkeiten in das "Homeoffice" schränken das übliche, meist zu geringe Bewegungspensum weiter ein. Dabei gilt es als erwiesen, dass körperliche Aktivität die Leistung unseres Immunsystems verbessert und kardiovaskuläre Risiken oder das Risiko, an Diabetes zu erkranken, mindert [5].
Da die Pandemie wahrscheinlich mehrere Monate dauern wird und ggf. auch mit einer zweiten Welle gerechnet werden kann [4], ist es jetzt die Aufgabe der Sportmedizin, für den Leistungssport aber auch für den Breitensport einen bestmöglichen Umgang mit der aktuellen Pandemie zu definieren.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Leitung und Organisation |
| Tagging: | Pandemie Coronavirus |
| Veröffentlicht in: | Sport-Orthopädie - Sport-Traumatologie |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2020
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| Online-Zugang: | https://doi.org/10.1016/j.orthtr.2020.04.142 |
| Jahrgang: | 36 |
| Heft: | 2 |
| Seiten: | 99-102 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |