«Beat theTokyo heat» . Ein sportwissenschaftliches Projekt zur Vorbereitung der Olympischen Spiele 2020 in Tokyo

An den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio werden Temperaturen um 32 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 75% erwartet. Dies entspricht einer empfundenen Wärme von etwa 45°C. Diese speziellen äusseren Bedingungen fordern den Athletinnen und Athleten viel ab. Die Abteilung Sportphysiologie Ausdauer des Ressorts Leistungssport der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen EHSM untersucht deshalb mit Hilfe eines speziellen Labors, wie der menschliche Körper auf Belastung in feuchter Hitze reagiert und wie diesem leistungsmindernden Einfluss optimal entgegengewirkt werden kann. Die Abteilung Sportphysiologie Ausdauer hat deshalb in Grenchen ein «Heat and Humidity Lab» (HHL) eingerichtet. Dieses ermöglicht, feuchte Hitze zu simulieren und die Reaktionen des menschlichen Körpers darauf zu untersuchen. Ziel des Projekts ist es, zusammen mit Ausdauerathleten und Trainern von Swiss Athletics herauszufinden, mit welchen Massnahmen dem leistungsmindernden Einfluss der Hitze optimal begegnet werden kann. Die Untersuchungen sollen dazu beitragen, dass die Schweizer Athletinnen und Athleten in Tokio möglichst optimal vorbereitet an den Start gehen können. Die aktuell laufende Studie vergleicht verschiedene Kühlstrategien. Diese haben zum Ziel, die Körpertemperatur der Athletinnen und Athleten vor einer Ausdauerbelastung in der Hitze zu senken (sogenanntes Pre-Cooling). Dadurch sind sie in der Lage, während des Wettkampfs mehr Hitze aufnehmen zu können, ihre Hitzetoleranz ist grösser. Im Projekt wird u.a. der Einfluss der verschiedenen Kühlstrategien auf die Körperkerntemperatur bestimmt und die maximale Laufleistung der Probanden verglichen, einmal mit und einmal ohne vorherige Kühlung. Dabei ist wichtig, die erwarteten Tokio-Bedingungen nicht nur bezüglich Temperatur und Luftfeuchtigkeit nachzuahmen. Auch der «Fahrtwind», dem die Läuferinnen und Läufer während des Wettkampfs ausgesetzt sind, spielt eine Rolle. Deshalb steht im HHL ein spezieller Ventilator vor dem Laufband, der diesen Effekt erzielt. Die Studie erhebt neben Kerntemperatur und Laufleistung noch weitere physiologische Marker. Sie alle sollen zu einem möglichst kompletten Bild der Vorgänge beitragen, welche die Ausdauerleistung in der Hitze bestimmen. Auf dem Weg nach Tokio sind so noch weitere im wahrsten Sinne des Wortes heisse Projekte geplant.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Tagging:Kühlung Hitzetoleranz Pre-Cooling
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Magglingen Ressort Leistungssport, Eidgenössische Hochschule für Sport, Bundesamt für Sport 2020
Online-Zugang:https://www.baspo.admin.ch/de/aktuell/medieninformationen.detail.news.html/ehsm-internet/2017/beat-the-heat-ein-projekt-im-hinblick-auf-tokio-2020.html
Seiten:54
Dokumentenarten:Power Point Präsentation
Level:hoch