Belastung und Beanspruchung des lateralen Kapsel-Bandapparates am Sprunggelenk unter besonderer Berücksichtigung von Supinationstraumen
Der Schädigungsmechanismus von akuten Supinationstraumen ist durch ein erhöhtes Inversionsmoment der Bodenreaktionskraft gekennzeichnet, das beim Vorliegen einer Schwäche oder Verzögerung der aktiven und passiven Sprunggelenksevertoren zu einer übermäßigen Inversion und Innenrotation des Sprunggelenks führt. Zeitgleich beschreibt der Unterschenkel eine Außenrotation. Bei Überschreiten der Beanspruchungsgrenze der lateralen Sprunggelenksbänder kommt es folglich in den meisten Fällen zu einer Schädigung des Lig. talofibulare anterius (ATFL) und des Lig. calcaneofibulare (CFL). Durch die hohe Inzidenz stehen Supinationstraumen des Sprunggelenks in Klinik und Forschung dauerhaft im Fokus und erfordern laufend neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Ziel dieser Arbeit war es, die Belastung und Beanspruchung des lateralen Kapsel-Bandapparates am Sprunggelenk unter besonderer Berücksichtigung von Supinationstraumen besser zu verstehen, um dadurch die Kenntnisse für eine standardisierte Diagnostik und Therapie zu erweitern. Zur standardisierten Erfassung von Instabilitäten des CFL wurde ein selbstentwickeltes Testgerät zur Durchführung einer kraft-kontrollierten Inversion evaluiert. Es zeigte sich eine hohe Reliabilität sowie ein interindividuelles Ausmaß der Stabilität des CFL. Manuell nachgewiesene Instabilitäten des CFL konnten hingegen mittels Testgerät nicht aufgezeigt werden. Des Weiteren erfolgte die Quantifizierung der Längenänderung verschiedener Anteile des ATFL und CFL während kraft-kontrollierter Inversion zur Beurteilung der Dehnungsverteilung innerhalb eines Bandes. Das Längenänderungsmuster unterschied sich sowohl für das ATFL als auch für das CFL zwischen den verschiedenen Anteilen. Folglich kann von einem intraindividuellen Ausmaß der Längenänderung während passiver Inversion ausgegangen werden. In dieser Arbeit erfolgte des Weiteren die Untersuchung der Auswirkungen einer Heilungsphasen adaptierenden Sprunggelenksorthese im Vergleich zu einer nicht modifizierbaren Orthese auf die Funktionalität bei Patienten mit akuten Supinationstraumen. Es zeigten sich drei Monate posttraumatisch bei den mit der Heilungsphasen adaptierenden Orthese versorgten Patienten lediglich geringe Defizite in der funktionellen Leistungsfähigkeit im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe sowie eine subjektiv eingeschätzte funktionelle Beschwerdefreiheit. Die Ergebnisse dieser Arbeit weisen auf die Notwendigkeit einer inter- und intraindividuellen Diagnostik und Therapie von akuten Supinationstraumen hin.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Tagging: | Sprunggelenk |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Deutsche Sporthochschule Köln
2014
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| Online-Zugang: | http://esport.dshs-koeln.de/439/ |
| Seiten: | 132 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |