Möglichkeiten der Trainingseffektivierung und Diagnostik im Belastungs- / Erholungszyklus

Unterschiedliche Belastungsformen zeigen eine differenzierte Qualität und unterschiedliche Kinetik der Mobilisation der Vorläuferzellen. Korrelationsanalysen zu selektiven Zeitpunkten geben Hinweise auf Zusammenhänge mit anderen Parametern des Belastungs- / Erholungszyklus. So scheint die Mobilisation der HPCs einen Zusammenhang zu Muskeldestruktionsmarkern und dem Entzündungsgeschehen zu haben. Die Zusammenhänge der mobilisierten EPCs zu den anderen gemessenen Parametern erwiesen sich als weniger deutlich. Hier ließen sich eher positive Zusammenhänge zwischen der Anzahl der mobilisierten Zellen und der Wiederherstellung der Muskelfunktion feststellen. Die vorliegende Studie lässt vermuten, dass sich Vorläuferzellen durchaus als zelluläre Marker des Belastungs- / Erholungsprozesses eignen. So scheinen die Anzahl und Funktionalität der Vorläuferzellen Hinweise darauf zu geben, in welchem Stadium der Regeneration sicheine Athletin bzw. ein Athlet befindet und inwieweit Reparatur- / Anpassungsprozesse fortgeschritten sind. Die vorliegenden Daten weisen für die Trainingspraxis die HSCs als effektivere Marker aus, da sie in höherer Anzahl vorhanden sind, deutlichere Zusammenhänge zum Erholungszyklus zeigen und einfacher zu detektieren sind. Für den Nutzen von Vorläuferzellen als diagnostische Biomarker spricht, dass sie sich in sehr geringen Blutmengen messen lassen und auch die Aufarbeitung des Blutes recht schnell durchzuführen ist (Vollblut-Erythozytenlyse). Gleichwohl ist Fachwissen erforderlich, um Anzahl und Funktionalität zu bestimmen. Notwendig erscheinen weitere Studien, die grundlagenwissenschaftlich die Rolle der Vorläuferzellen bei der Reparation / Adaptation näher untersuchen. Gleichzeitig wären weitere Studien wünschenswert, die Veränderungen der Vorläuferzellen über einen längeren Zeitraum im Rahmen eines sportlichen Trainings untersuchen.
© Copyright 2012 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2011/12. Veröffentlicht von Bundesinstitut für Sportwissenschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2011/12
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bonn Bundesinstitut für Sportwissenschaft 2012
Online-Zugang:http://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb_201112_Artikel/Krueger_17_22.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Seiten:17-22
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch