Sportfähigkeit und Sportverhalten nach arthroskopischer Schulterstabilisierung des Schultersportathleten
Zur Untersuchung der Sportfähigkeit und des Sportverhalten nach arthroskopischer Schulterstabilisierung des Schultersportlers wurden nach entsprechender sportwissenschaftlicher Konzeption mit der Abteilung für Sportwissenschaft der Universität Bielefeld im Zeitraum zwischen Dezember 2006 und Dezember 2007 in der Abteilung für Sportorthopädie der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main insgesamt 38 Athleten nach posttraumatischer vorderer Schulterluxation Typ Gerber B2 in die Studie prospektiv aufgenommen. Mit einem Altersdurchschnitt 23,89 ± 7,49 Jahren bei Erstluxation und 25,97 ± 7,94 bei Operation (Mittelwert ± SD) sowie durchschnittlich 4,66 ± 7,74 präoperativen Luxationsereignissen (Mittelwert ± SD) wurden die Athleten mit isolierter Bankart-Läsion in identischer Operationstechnik arthroskopisch stabilisiert. Während der standardisierten Rehabilitationphase wurden die Schultersportler zu drei Untersuchungszeitpunkten klinisch untersucht und einem umfangreichen schultersportspezifischen (ASOSS; SSAS), einem instabilitätsspezifischen (Walch-Duplay; Rowe) sowie einem funktionsspezifischen Scoresysteme (Constant-Murley; ASES; DASH) unterzogen. Die einzelnen Athleten wurden entsprechend der initialen Schultersportart (Allain Klassifikation: Kein-Überkopf/Kein-Kollisionsport; Kollisionssport; Überkopfsport; Kampfsport) sowie entsprechend des Leitungsniveaus (Leitungssport; Freizeitsport; Gesundheitssport) separiert. Bei einer Drop-out-Quote von 11,63% wurden 38 der 43 Athleten zum FU3 Nachuntersuchungstermin ausgewertet. Die durchschnittlichen Nachuntersuchungstermine erfolgten nur in geringer Abweichungen von den geplanten Zeitpunkten ( 3, 6 und 12 Monaten): Ende der Zwischenphase FU1 3,26 ± 0,51 Monate, Ende der Sportrückkehrphase FU2 6,53 ± 1,06 Monate und während der Schultersportphase FU3 15,26 ± 5,45 Monate nach Operation. 10,53% zeigten klinisch eine persistierende Instabilität zum FU3 (ohne Einfluss der präoperativen Luxationszahl), 6,98% Athleten hatten eine Reluxation nach adäquatem Trauma während der Schultersportphase. Das instabilitätsspezifische Scoresystem wies zwischen den einzelnen Nachuntersuchungszeitpunkten jeweils signifikante Befundbesserungen auf, der Walch-Duplay Score war zum FU3-Nachuntersuchungszeitpunkt bei 92,97 ± 7,31 (Mittelwert ± SD) Punkten, der Rowe-Score bei 92,97 ± 5,71 (Mittelwert ± SD). Das funktionsspezifische Scoresystem zeigte im Constant-Murley 94,24 ± 5,61 (Mittelwert ± SD), der ASES 90,27 ± 6,70 (Mittelwert ± SD) sowie der DASH 28,80 ± 5,66 (Mittelwert ± SD). Im ASOSS-Score wurde vom FU2-Zeitpunkt 67,66 ± 9,63 (Mittelwert ± SD) zum FU3-Zeitpunkt 87,05 ± 6,90 (Mittelwert ± SD) ein signifikanter Zugewinn dokumentiert, jedoch mit signifikantem Defizit zum Status vor der Erstluxation (FU-1). Insbesondere die funktionsabhängigen Überkopfathleten und Kampfsportler zeigten während der Rehabilitation 15b Monate postoperativ gegenüber den restlichen Schultersportlern eine signifikante Einschränkung im ASOSS-Score und der Analogskala bezüglich des wiedererlangten Leitungsniveaus. Des Weiteren zeigten "Einmalluxierer" signifikant einen früheren Wiedereinstieg in den Schultersport gegenüber der "Mehrfachluxierer". Im SSASScore wurde dokumentiert, dass trotz exzellenter instabilitätsspezifischer und guter schultersportspezifischer Scorewerte die Schultersportaktivität in allen Schultersportgruppen insgesamt im Vergleich zum Status vor der Verletzung signifikant reduziert blieb. Lediglich in 57% erreichten die Athleten anhand einer analogen Zahlenskala 15 Monate nach Operation
wieder das ursprüngliche Leistungsniveau.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Bielefeld
Universität Bielefeld
2011
|
| Online-Zugang: | http://d-nb.info/1015182968/34 |
| Seiten: | 138 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |