Verlauf der Blutlaktatkonzentration bei aufeinanderfolgenden Kraftbelastungen derselben Muskelgruppe

Ausbelastende Kraftreize mit submaximalen Zusatzlasten, die einem sog. Hypertrophietraining zugeordnet werden, rufen die höchsten Laktatkonzentrationen hervor. Hohe metabolische Belastungen und hohe Laktatkonzentrationen gelten als wirksamer Reiz für muskuläre Anpassungen. Es wurde der Einfluss des beanspruchten Muskelvolumens auf Laktatkinetik und Blutlaktatkonzentration während und nach einem Mehrsatztraining derselben Muskelgruppe untersucht. 10 männliche Sportstudenten (23 ± 2 Jahre; 180 ± 5 cm; 73 ± 8 kg) führten an 4 verschiedenen Tagen jeweils 3 Sätze mit derselben Muskelgruppe durch. Dabei wurden jeweils unterschiedlich grosse Muskelgruppen beansprucht (M. bizeps brachii und M. quadrizeps femoris): biceps curl einarmig (BC1), biceps curl beidarmig (BC2), leg extensor einbeinig (LE1) und leg extensor beidbeinig (LE2). Nach einem Satz aufwärmen bei 30% des Wiederholungsmaximum 1 (1RM) wurden 3 Sätze mit 10RM bei 2 s für kon- und exzentrische Phase durchgeführt. Vor dem Training, vor und nach jedem Satz, sowie 2, 4 und 6 min nach dem letzten Satz fanden kapillare Blutentnahmen am Ohrläppchen zur Bestimmung der Laktatkonzentration statt. Die maximale Blutlaktatkonzentration war signifikant grösser nach LE2 (6.8 ± 1.6 mmol/l) und signifikant niedriger nach BC1 (2.8 ± 0.7 mmol/l) im Vergleich zu den anderen Übungen. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen BC2 (4.3 ± 1.1 mmol/l) und LE1 (4.4 ± 1.1 mmol/l). Im Verlauf des Trainings wurden die post- Werte kleiner im Verhältnis zu den pre-Werten jedes Satzes, was auf eine erhöhte Laktatverstoffwechselung schliessen lässt. Bei den Beinbelastungen sank die Laktatkonzentration während dem 2. und 3. Satz signifikant. Bei den Armbelastungen stagniert die Laktatkonzentration während des 2. Satzes und fiel während Satz 3 signifikant ab. Der Anstieg zwischen den Sätzen wurde jeweils signifikant kleiner im Verlauf des Trainings. Als Schlussfolgerung gilt, dass die maximale Blutlaktatkonzentration vom beanspruchten Muskelvolumen abhing. Des Weiteren erhöhte sich die Laktateliminationsrate während der Belastung. Produktions- und Eliminationsrate waren vom Volumen der beanspruchten Muskulatur und von der Vorbelastung abhängig.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2012
Online-Zugang:http://www.sgsm.ch/ssms_publication/file/441/Lactate_1_2012.pdf
Jahrgang:60
Heft:1
Seiten:26-30
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch