Modellierung und Simulation von Adaptionsprozessen
Simulative Trainings-Wirkungs-Modelle können die Trainings-steuerung im Leistungssport unterstützen. Eingangs werden die Modellansätze von Banister et al. (1986), Mader (1990), Perl (Mester & Perl, 2000) sowie unser eigenes Modell zur Simulation von Belastungs-, Ermüdungs- und Anpassungs-prozessen (Brückner, 2007) vorgestellt. Dieses SimBEA-Modell lässt sich anhand von Trainingsdaten individuell kalibrieren, so dass es die personenspezifischen Reaktionsweisen eines Athleten simulieren kann. Dabei wird berücksichtigt, dass jede Trainingsbelastung zu einer vorübergehenden Abnahme der Leistungsfähigkeit führt, die wiederum die Voraussetzung für weitere Anpassungen darstellt. Die Adaptation wird im Modell durch eine maximale Adaptationsrate begrenzt, wodurch Überlastungsphänomene simulierbar werden. Für die Modellprüfung werden mit einem Läufer zwei Einzelfalluntersuchungen über sechs und 68 Wochen durchgeführt, wobei die Anpassungs- und Ermüdungsdiagnostik über den Ausdauer-Standard-Test (AST) (Hottenrott, 1993) erfolgt. Die Modellprüfung erfolgt in vier Schritten: Für die Reliabilität des Kalibrierungsverfahrens und der eigentlichen Simulation ergeben sich hohe Reliabilitätskoeffizienten. Die Modellanpassung an die gemessenen Trainingszustandswerte (r = .86 bzw. .65, p < .001) weist auf eine hohe Validität des SimBEA-Modells hin. Bezüglich der prognostischen Validität ergeben sich hohe (kurzfristige Prognose) bzw. mittlere (langfristige Prognose) Validitätskoeffizienten.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Naturwissenschaften und Technik Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft |
| Veröffentlicht in: | Bewegung und Training |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2008
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| Online-Zugang: | http://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/BuT/brueckner.pdf |
| Jahrgang: | 2 |
| Seiten: | 51-65 |
| Dokumentenarten: | elektronische Zeitschrift |
| Level: | hoch |