Nutzen von kardiologischen Vorsorgeuntersuchungen beim Leistungssport

Plötzliche Todesfälle beim Leistungssport sind hochdramatisch. Sie gehen überwiegend auf unerkannte Herzprobleme zurück. In der Altersgruppe < 35 Jahre stehen neben angeborenen Herzfehlern wie Fehlabgänge der Koronargefäße oder exzentrische Muskelverdickungen (hypertrophe Kardiomyopathie) auch Herzrhythmusstörungen wie WPW-Syndrom oder erworbene Muskelschädigungen im Rahmen einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) im Vordergrund. Diese sind zwar selten, jedoch sollte jeder Sportler vor Aufnahme von Leistungssport sich einem EKG unterziehen und bei Auffälligkeiten oder in der Familie bekannten plötzlichen Todesfällen oder Bewusstlosigkeiten eine weitere Abklärung beim Kardiologen durchführen lassen. Ab dem 35. Lebensjahr ist die häufigste Ursache die koronare Herzerkrankung, weshalb neben einem Ruhe-EKG ein Belastungs-EKG durchgeführt werden sollte. 1982 wurde in Italien ein nationales Programm zum Ausschluss von Herzerkrankungen bei Leistungssportlern eingeführt. Damit konnte eine deutliche Abnahme (> 90 %) von Todesfällen bei jungen Wettkampfsportlern erreicht werden. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Ursachen sowie Algorithmen zu Diagnostik im Rahmen des Screenings.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2011
Online-Zugang:https://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/sport/doi/10.1055/s-0029-1245826
Jahrgang:25
Heft:1
Seiten:44-49
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch