Die Effizienz konservativer Therapiemaßnahmen bei Tendinopathien im Sport

Chronische Sehnenbeschwerden (Tendinopathien) im Sport sind häufig und schränken die Belastbarkeit in der Regel erheblich ein. In der konservativen Therapie werden derzeit verschiedene Konzepte verfolgt, wobei eine evidenzbasierte Leitlinie zur Indikation einzelner Maßnahmen nicht vorliegt. Folglich wird oft eine Kombination verschiedener Therapieformen (z. B. Physiotherapie, medikamentöse Behandlung, Schuh- und Einlagenversorgung, Training) empfohlen. Als Erklärungsmodelle für die Schmerzentstehung werden Mikrorupturen mit einer Aufhebung der hierarchischen Kollagenstruktur, ein Ersatz von Kollagen Typ I durch weniger resistentes Kollagen Typ III und die Irritation Substanz P positiver, freier Nervenendigungen diskutiert. Eine in der Vergangenheit angenomme Entzündungsreaktion (Tendinitis) lässt sich dagegen - mit Ausnahme einer (Begleit-)Paratendinitis - in der Mehrzahl der Fälle nicht nachweisen. Als therapeutische Zugänge haben sich in aktuellen Untersuchungen eine Stimulation der Kollagensynthese (Mechanotherapie durch Ultraschall, Belastung durch körperliche Aktivität), Reduktion von Adhäsionen (Querfrictionen), eine mechanische Reduktion freier Nervenendigungen (exzentrisches Training) und eine Optimierung der Lastkompensation (sensomotorisches und exzentrisches Training) bewährt. Darüber hinaus scheint eine Optimierung der Schuh- und Einlagenversorgung sinnvoll.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2008
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2008/heft11/mayer.pdf
Jahrgang:59
Heft:11
Seiten:251-254
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel