Erythropoietin - aktueller Stand der Wissenschaft

Im Jahr 1984 gelang erstmals die Rekombination von Erythropoietin (rhEPO) in E.coli. Im folgenden Jahr erfolgte erstmalig die Synthese von rhEPO in Ovarialzellen von Hamstern, welches für die medizinische Applikation besser geeignet ist. Im Jahr 1989 wurde die FDA-Zulassung erteilt. Seitdem wird rhEPO vorwiegend bei der Behandlung von Anämien im Rahmen von chronischen Niereninsuffizienzen und malignen Prozessen eingesetzt. In den letzten 15 Jahren sind in der Forschung zahlreiche Ansätze verfolgt worden, die Bioaktivität von rhEPO und seinen Analoga zu verbessern. Inzwischen gibt es künstlich hergestelltes EPO, in humanen Zelllinien rekombiniertes EPO und Substanzen, die andere Angriffsorte der Erythropoese besitzen. Man spricht in diesem Zusammenhang von "Erythropoese stimulierenden Agenzien" (ESA). Dadurch wird deutlich, dass der Missbrauch von EPO bzw. ESA zu Dopingzwecken, trotz sensitiver Nachweisverfahren für rhEPO, weiterhin möglich ist. Gleichzeitig wurden im Rahmen dieser Forschungen zahlreiche verschiedene Zelltypen verifiziert, die sowohl EPO-Rezeptoren besitzen als auch Syntheseort sind. So konnte unter anderem eine Syntheseleistung in den Tuben, im Herzen und im Gehirn nachgewiesen werden. EPO ist auf diesen nicht blutbildenden Geweben assoziiert mit Funktionen der Transmitter-Freisetzung, Angiogenese, Chemotaxis und Apoptosehemmung. Diese Erkenntnisse haben der Thematik EPO eine große Diversivität hinsichtlich potenzieller, zytoprotektiver Eigenschaften bei Schlaganfall und Myokardinfarkt in Prävention und Rehabilitation gegeben. In den letzten Jahren konnte so ein wachsendes Interesse an der Thematik verzeichnet werden.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2008
Online-Zugang:https://doi.org/10.1055/s-2008-1027826
Jahrgang:22
Heft:4
Seiten:201-206
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel