Auswirkung propriozeptiver Trainingsgeräte auf beteiligte Muskulatur im Einbeinstand

Heutzutage gehören in jedem Therapie- und Trainingsprogramm propriozeptive Übungen zum festen Bestandteil. Um effektive und zielgerichtete Maßnahmen durchzuführen, sollten die einzelnen Geräte problemspezifisch eingesetzt werden. In der Literatur ist allerdings wenig zu finden über die spezifische Wirkung der einzelnen Trainingsgeräte hinsichtlich ihrer Aktivierung der stabilisierenden Muskulatur. In dieser Studie wurden 15 Sportstudenten (25,7 ± 2,2 Jahre, 8 männlich, 7 weiblich) über einen Messzeitraum von 15 Sekunden im Einbeinstand auf den Geräten Kippelbrett, Therapiekreisel, Weichbodenmatte und Posturomed gemessen. In der Messreihe wurde per Oberflächen-EMG die Aktivität der Muskeln m. tibialis ant., m. peroneus long., m. gastrocnemius med. und lat., m. semimembranosus und m. vastus med. gemessen. Direkt im Anschluss wurde für jeden Muskel eine MVC-Messung durchgeführt. Ausgewertet wurden der Zeitverlauf des Messzeitraumes sowie die maximale Innervation jedes einzelnen Muskels über 0,5 Sekunden und der Mittelwert der jeweiligen Übung. Die höchsten Aktivitäten löste das Kippelbrett aus. Die Muskelaktivierung ist auf allen Geräten beim m. tibialis ant., m. peroneus long. und beiden Köpfen des m. gastrocnemius signifikant höher als bei der restlichen betrachteten Muskulatur. Die Aktivierungswerte des m. semimembranosus sind bei allen Trainingsgeräten signifikant die geringsten. Der m. peroneus long. zeigte bei allen Messabschnitten die höchsten EMG-Werte. Im Zeitverlauf von der ersten zur letzten Sekunde der Messung zeigen alle Muskeln einen Aktivitätsabfall, mit Ausnahme des m. peroneus long. auf dem Kippelbrett und dem Posturomed. Anhand der in dieser Studie gewonnenen Daten lassen sich spezifische Trainingsempfehlungen geben: Wegen des Abfalls der Muskelaktivität raten wir zu mehreren Übungsintervallen, die nicht länger als 15 Sekunden sind. Soll die Übung die Stabilität am Sprunggelenk verbessern, empfehlen wir das Kippelbrett und die Weichbodenmatte, zur Verbesserung der sensomotorischen Fähigkeiten am Kniegelenk sollten eher das Posturomed, die Matte oder das Kippelbrett eingesetzt werden. Die Empfehlungen beziehen sich nur auf den betrachteten Gerätepool.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2008
Online-Zugang:https://doi.org/10.1055/s-2007-963614
Jahrgang:22
Heft:1
Seiten:52-57
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel