Das Sportler-EKG
Bei Sportlern liegen häufig Veränderungen des Ruhe-EKG vor, die Ausdruck physiologischer Anpassungsmechanismen an regelmäßiges Training sind. Am häufigsten bestehen EKG-Veränderungen bei Ausdauersportlern.
Etwa 1/3 der Sportler weisen ausgeprägtere EKG-Veränderungen auf, die im Zweifelsfall kardiologisch abgeklärt werden müssen. Bei Sportlerinnen sind ausgeprägte EKG-Veränderungen etwas seltener als bei männlichen Athleten. Sehr häufig liegt bei Sportlern eine Sinusbradykardie vor, gelegentlich treten auch Ersatzrhythmen oder ein AV-Block I° auf. Eine häufige sportbedingte Veränderung des Kammerkomplexes ist der inkomplette Rechtsschenkelblock. Hingegen sind komplette Schenkelblöcke untypisch für Sportler und meist durch eine kardiovaskuläre Erkrankung bedingt. Hypertrophie-Indices sind zur Diagnose einer Sportherzhypetrophie nicht geeignet. Typische Veränderungen der Erregungsrückbildung sind hohe, spitze T-Wellen. ST-Strecken-Veränderungen einschließlich T-Negativierung können bei gesunden Sportlern ebenfalls vorkommen und bedürfen im Zweifelsfall einer ausführlichen kardiologischen Abklärung. Zu berücksichtigen ist bei allen physiologischen EKG-Veränderungen von Sportlern, dass sie in der Regel asymptomatisch sind, sich bei Belastung normalisieren und eine für Sportler normale Herzgröße mit regelrechter Funktion bei adäquater Leistungsfähigkeit besteht.
© Copyright 2007 Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. WWF-Verlagsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2007
|
| Online-Zugang: | http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/images/Heft0607/Standard_SportlerEKG.pdf |
| Jahrgang: | 58 |
| Heft: | 6 |
| Seiten: | 184-185 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |