Sportspezifische Merkmale des Sportherzens und ihr Zusammenhang mit echokardiographischen Parametern

Körperliches Training kann morphologische und nützliche funktionelle Anpassungen bewirken, die alle Herzkammern betreffen. Die morphologischen Anpassungen sind moderat und unterscheiden sich klar von pathologischen Veränderungen. Alle diese Adaptationen scheinen für die sportliche Leistungsfähigkeit hilfreich. Hämodynamischer sowie neurohumoraler Stress hängen von der Art des Muskeltrainings - statisch oder dynamisch - ab. Sportspezifische adaptive Veränderungen der Herzstruktur werden jedoch noch diskutiert. Tatsächlich scheinen hochtrainierte Athleten eine typische linksventrikuläre Kombination aus kavitärer Erweiterung und erhöhter Wanddicke zu entwickeln. Die klare Unterscheidung zwischen einem kraft- und einem ausdauertrainierten Herzen ist daher nicht möglich. Die vorliegende Übersichtsarbeit zeigt, dass einige spezifische kardiale Adaptationen, vorwiegend in Verbindung mit dem jeweiligen Trainingsstimulus, beobachtet werden können. Bei dynamisch ausdauertrainierten Sportlern überwiegt die Herzerweiterung geringfügig, während sich die Wanddickenzunahme etwas häufiger bei statisch und dynamisch krafttrainierten Athleten findet. Bei der Bewertung echokardiographischer Parameter sollten daher die Sportart und deren trainingsspezifische Besonderheiten berücksichtigt werden.
© Copyright 2006 Herz. Springer. Veröffentlicht von Urban & Vogel. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Herz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Urban & Vogel 2006
Online-Zugang:https://doi.org/10.1007/s00059-006-2862-2
Jahrgang:31
Heft:6
Seiten:531-543
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch