Körperliche Aktivität bei arterieller Hypertonie

Ausdauerorientierte sportliche bzw. körperliche Aktivitäten haben sich im Spektrum der nichtpharmakologischen "Allgemeinmaßnahmen" als ein wesentliches therapeutisches Prinzip der arteriellen Hypertonie etabliert. Voraussetzungen hierfür sind jedoch eine vorausgegangene (sport)medizinische Diagnostik sowie eine adäquate Auswahl, Dosierung und Intensität der eingeleiteten Bewegungstherapie. In der begleitenden medikamentösen Therapie des körperlich aktiven Patienten mit arterieller Hypertonie sollte beachtet werden, dass die günstigen Effekte der Lebensstilmodifikation durch die medikamentöse Therapie nicht konterkariert, sondern im Idealfall synergistisch unterstützt werden. Basierend auf der individuellen klinischen Gesamtsituation, kann auf die von den aktuellen europäischen Leitlinien empfohlenen Substanzklassen in Mono- bzw. Kombinationstherapie zurückgegriffen werden. Beta-Rezeptoren-Blocker sind zur Kontrolle des Belastungsblutdrucks besonders geeignet, haben jedoch metabolische und leistungsphysiologische Limitationen. Die Stoffwechsel- und leistungsphysiologische Neutralitat sowie das günstige Nebenwirkungsprofil der ACE-Hemmer, lang wirksamen Calciumantagonisten sowie insbesondere der AT1-Antagonisten sind differentialtherapeutisch für den körperlich aktiven Hochdruckpatienten mit begleitendem metabolischem Syndrom vorteilhaft.
© Copyright 2006 Herz. Springer. Veröffentlicht von Urban & Vogel. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Herz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Urban & Vogel 2006
Online-Zugang:https://doi.org/10.1007/s00059-006-2889-4
Jahrgang:31
Heft:6
Seiten:525-530
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch