Arthroskopische Diagnostik und Therapie bei Sportverletzungen des Kniegelenks im Kindes- und Jugendalter

Indikationen und therapeutische Optionen der Arthroskopie des Kniegelenks im Kindes- und Jugendalter sollen an einem großen Patientenkollektiv ermittelt werden. 635 konsekutive Kniegelenksarthroskopien bei Patienten unter 17 Jahren wurden retrospektiv hinsichtlich präoperativer Diagnose und operativer Eingriffe ausgewertet. Die Patienten wurden je nach Bestätigung der präoperativen Diagnosen in drei Gruppen gegliedert. In 58 % hatten Sportverletzungen zur Arthroskopie, in 15 % andere Traumen sowie in 27 % chronische Gelenkbeschwerden geführt. Arthroskopisch fanden sich 17% Läsionen am vorderen Kreuzband (VKB), 12 % Patellaluxationen bzw. Knorpelschäden, 11 % Innenmeniskus- und 7 % Außenmeniskusläsionen (AM). Die präoperative Diagnose konnte in 57 % voll und in 21 % teilweise bestätigt werden. 22 % der klinischen Diagnosen waren falsch. Die Übereinstimmung lag für Patellaluxationen bei 94 %, für VKB-Rupturen bei 90 % sowie für Schäden an Menisken bei 74 bis 77 %. 3,6 % der Arthroskopien hatten keinerlei Schaden gezeigt. In 75 % der Arthroskopien konnte unmittelbar die definitive Therapie erfolgen. (Sport)Verletzungen von vorderem Kreuzband, Menisken und Gelenkknorpel stehen auch bei Kindern und Jugendlichen an erster Stelle der Indikationsliste für eine Arthroskopie des Kniegelenks. Die klinische Diagnostik ist für VKB-Läsionen, Patellaluxationen und AM-Läsionen ausreichend sicher. Unsicherheit besteht vor allem für Schäden an Innenmeniskus und Knorpel.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2006
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2006/heft04/89-94.pdf
Jahrgang:57
Heft:4
Seiten:89-94
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch