Rupturen des vorderen Kreuzbandes bei weiblichen Athleten. Teil 2: Präventionsstrategien und Präventionsprogramme

In den letzten Jahren wurden verschiedene Präventionsstrategien zur Verhinderung von Kreuzbandverletzungen entwickelt. Dabei verfolgen die einzelnen Präventionsprogramme unterschiedliche Ansätze: 1. Aufklärung und Modifikation von gefährdenden Bewegungen (z.B. Henning Program, Vermont ACL Prevention Program). Dabei werden die Sportler über die Risikobewegungen aufgeklärt, und es wird trainiert, wie diese Situationen vermieden werden können. 2. Propriozeptionstraining (z.B. das Caraffa-Programm). Bei italienischen Profi-Fußballern konnte die Anzahl der Kreuzbandverletzungen mit einem Propriozeptionstraining auf dem Balancebrett signifikant reduziert werden. Eine schwedische Studie an heranwachsenden weiblichen Fußballspielerinnen konnte diesen Effekt nicht zeigen. 3. Gezieltes Sprungtraining (z.B. "Cincinatti-Sportsmetric-Program"). Bei diesem Präventionsansatz erfolgt ein zeitlich gestaffeltes Sprung-und Krafttraining. 4. Kombinationsprogramme. Diese Programme vereinigen Elemente aus allen vorherigen drei genannten Präventionsansätzen. Ein einheitliches Präventionsprogramm gibt es bisher nicht. Möglicherweise ist der Präventionseffekt bei einer Kombination der unterschiedlichen Programme am größten.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2005
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2005/heft06/157-164.pdf
Jahrgang:56
Heft:6
Seiten:157-164
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch