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Verbesserung der grundlegenden koordinativen Fähigkeiten

Innerhalb dieses Kapitels soll durch die komplexe Darstellung der koordinativen Fähigkeiten und deren Funktionen. die Bedeutung und Notwendigkeit der Schulung unterstrichen werden. Als entscheidende Leistungsvoraussetzungen des Sportlers kamen die koordinativen Fähigkeiten unter dem Begriff "Gewandtheit" am Ende der sechziger Jahre in die Diskussion. In den siebziger Jahren wurde der Terminus "Gewandtheit" durch den Begriff "koordinative Fähigkeiten" abgelöst, da dieser mehr der "Vielgestaltung der Bewegungshandlungen im Sport und in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens" (Hirtz, 1985, S.6) entsprach. Der Begriff "Koordinieren" meint "zusammenordnen". Je nach wissenschaftlichem Standpunkt wird diese "Zusammenordnung" unterschiedlich definiert. Der Sportmotoriker Schnabel faßt den Koordinationsbegriff wie folgt zusammen: "Bewegungskoordination ist die Sicherung einer zweckbestimmten Bewegungsstruktur durch Abstimmung aller Bewegungsparameter, die im Prozeß der Wechselwirkung des neuromuskulären Systems mit der jeweiligen Umweltsituation vollzogen wird" (Schnabel, 1977, S.19). Kiphard stellt eine Definition vor, bei der der Aspekt der Bewegungsqualität mehr zum Ausdruck kommt. Er versteht unter einer Bewegungskoordination das "harmonische und möglichst ökonomische Zusammenwirken von Muskeln, Nerven und Sinnen zu zielgenauen gleichgewichtssicheren Bewegungsaktionen ... und schnellen, situationsangepaßten Reaktionen ..." (vgl. Kiphard, 1970, S .11). Hirtz bezeichnet koordinative Fähigkeiten als "eine Klasse der motorischen (körperlichen) Fähigkeiten und als "Elemente der Leistungsfähigkeit". In verschiedenen Lebensbereichen dienen sie also der Bewältigung verschiedener Tätigkeiten (vgl. Hirtz, 1985, S.17). Koordinative Fähigkeiten sind nicht angeboren, sondern sie entwickeln sich durch das Lernen (vgl. Kosel, 1992, S. 10). Sie sind als relativ verfestigte und generalisierte Verlaufsqualitäten spezifischer Bewegungssteuerungsprozesse anzusehen. Weiterhin stehen die koordinativen Fähigkeiten in Wechselbeziehung zu den Bewegungsfertigkeiten und werden in der sportlichen Leistung nur als Einheit mit den konditionellen Fähigkeiten und den affektiven und kognitiven Potenzen wirksam (vgl. Hirtz, 1985, 5. 17).

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Online-Zugang:https://docplayer.org/23968225-Arbeit-m-behr-verbesserung-der-grundlegenden-koordinativen-faehigkeiten.html
Dokumentenarten:Lehrangebot und didaktisches Material
Level:mittel