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Entwicklung und Erprobung eines Mehrwiederholungstests zur Erfassung der Kraftleistung im Fitneß-Training

Der entwickelte Krafttest zur Messung des Zwölferwiederholungsmaximums an einer Lastzugmaschine erfüllt von wissenschaftlicher Seite das Gütekriterium der Reliabilität, als auch ökonomische und praxisrelevante Kriterien einer Kraftmessung im Fitneß-Bereich. Der errechnete Korrelationskoeffizient von r= 1 bezeugt eine hohe Reliabilität bei der vorliegenden Untersuchung. Obwohl die Anzahl der Versuchspersonen (n= 34) relativ klein ist, läßt sich der entwickelte Test durchaus auf den Fitneß-Bereichübertragen. So wurde versucht, ein möglichst heterogenes Probandenklientel gemäß dem Publikum an Sportlern im Fitneß-Bereich für die Versuchsdurchführung zu gewinnen. Dafür sprechen die Testergebnisse der 19 bis 60-jährigen Versuchspersonen, bei welchen sich weder geschlechtsspezifische, altersbedingte oder auf den Trainingszustand zurückzuführende Unterschiede bezüglich der Reliabilität der erzielten Testergebnisse zeigten. Ein weiteres Ziel der vorliegenden Arbeit bestand in der ausführlichen Darstellung der Gewöhnungsphase sowie der den Test betreffenden Fakten und Abläufe zur Durchführung (z. B. Fragebögen, Aufwärmprogramm, Testprotokoll, Definition der Abbruchkriterien oder genaue Darstellung des Testablaufes). Den in der angegebenen Literatur beschriebenen Krafttests fehlen meist derartige genauere Hinweise und Angaben, um diese in der Praxis exakt nachvollziehen zu können. Das entwickelte Testverfahren bezieht die Angaben der Testperson über die Stärke der empfundenen Beanspruchung (subjektive Rückmeldung) in die Ermittlung des gesuchten Wiederholungsmaximums mit ein. Anhand dieser Rückmeldung in Verbindung mit der Beurteilung der Qualität und der Quantität der Bewegungsausführung durch den Versuchsleiter ist es sehr gut möglich, sich in der ausführlich beschriebenen zweiwöchigen Gewöhnungsphase relativ exakt (obwohl dies nicht mit Hilfe des One Sample T-Tests von statistischer Seite aus bestätigt werden konnte) dem je nach Trainingsziel festgelegten Wiederholungsmaximum anzunähern (im Mittel nur 4,49 Prozent Differenz bei allen Probanden zwischen Gewöhnungstest vier und Test). Dafür ist diese Gewöhnungsphase als obligatorisch zu erachten, sofern die Übertragung von Lerneffekten von Test auf Retest möglichst minimiert werden soll, was im profitorientierten Fitneß-Bereich nicht immer der Fall ist. Die Analyse der relativen Kraftwerte ergab geschlechtsspezifische Unterschiede bezüglich der Höhe des Zwölferwiederholungsmaximums. Hierzu wären aber noch eine Vielzahl derartiger Untersuchungen notwendig, um allgemeinere Aussagen über die relativen Kraftwerte bei einzelnen Übungen und bei diversen Wiederholungsbereichen zu treffen. Somit konnte der körpergewichtsbezogene Kraftwert nur als Grobeinstieg für die Gewöhnungsphase dienen. Die hohe Streuung der erzielten relativen Kraftwerte des ermittelten Zwölferwiederholungsmaximums deuten auf eine Notwendigkeit einer Vorkategorisierung der Untersuchungspersonen bezüglich ihres Fitneßstatus hin (vgl. Konrad und Froböse, et al. 1989, 8ff). Eine solche Einteilung würde sich sowohl auf die Auswahl des zu testenden Wiederholungsbereiches, in welchem daraufhin trainiert werden sollte, als auch auf den körpergewichtsbezogenen Testeinstieg auswirken. Zusammenfassend formuliert, versucht die vorliegende Untersuchung, sowohl wissenschaftliche (Reliabilitätsprüfung), als auch praxisrelevante Aspekte einer individuellen Krafttestung zu berücksichtigen. Die sich hinsichtlich der Altersstruktur, dem Gesundheitszustand, der Trainingsziele sowie der krafttrainingsspezifischen Vorerfahrung unterscheidenden Fitneßsportler begründen eine den Voraussetzungen und den individuellen Ansprüchen gerechten fitneßorientierten Krafttestung dieser Art.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Ausbildung und Forschung
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1999
Online-Zugang:https://docplayer.org/16369889-Wissenschaftliche-arbeit-zur-erlangung-des-akademischen-grades-eines-diplomsportlehrers.html
Dokumentenarten:Diplomarbeit
Level:hoch